Windwalkers (1). Verborgene Flügel
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Seiten von „Windwalkers (1). Verborgene Flügel“ aufgeschlagen, fühlte ich mich sofort zurückversetzt in diese magische Welt, in der Tier- und Menschengestalten auf überraschende Weise miteinander verschmelzen. Katja Brandis schafft es mal wieder, ihre Leser:innen mit einer Prise Geheimnis und ganz viel Herz zu fesseln.
Im Mittelpunkt steht Sierra, eine junge Wolfs-Wandlerin, die voller Vorfreude auf ihre neue Schule, die Redcliff High, blickt – ein Internat für Gestaltwandler, die ihre tierischen Seiten in den Lüften ausleben. Keine Sorge, auch wenn du kein Fan von Fantasy bist, fällt der Einstieg dank des lebendigen Erzählstils superleicht. Sierra ist dabei nicht nur der klassische Neuling, der sich zurechtfinden muss, sondern auch ein spannender Charakter mit Ecken und Kanten. Ihre Freundschaften mit Amy, dem wilden Pferdemädchen, und Summer, der Tiger-Wandlerin, bringen frische Dynamik ins Geschehen, und die geheimnisvolle Clique der Vogel-Wandler, die Windwalker, sorgt für ordentlich Spannung.
Was ich besonders schön fand: Die Vielfalt der Tiergestalten bringt richtig Leben in die Geschichte. Vom stolzen Steinadler Sky bis zu den kleinen, flotten Sittich-Wandlern – jede Figur bekommt ihren Raum, und die Flugszenen sind so lebhaft beschrieben, dass ich beim Lesen förmlich den Wind spüren konnte. Brandis’ Stil ist dabei angenehm unaufgeregt, aber so lebendig, dass Langeweile keine Chance hat. Man merkt, wie viel Herzblut hinter der Welt steckt, ohne dass das Ganze zu überladen wirkt.
Natürlich gibt es auch kleine Kritikpunkte: Manche der Nebenfiguren hätten ruhig noch ein bisschen mehr Tiefgang vertragen können, und an einigen Stellen schleicht sich der übliche Teenie-Alltag ein, der sich für ältere Leser:innen vielleicht ein Stück zu vorhersehbar anfühlt. Trotzdem stören diese Kleinigkeiten den Lesefluss kaum, denn die Mischung aus Schulalltag, Freundschaft und mysteriösen Ereignissen macht einfach Spaß.
Wer Lust auf eine frische, spannende Fantasy-Geschichte mit Tierwandlern und einem neuen Internat voller Geheimnisse hat, ist hier goldrichtig. „Windwalkers (1). Verborgene Flügel“ ist perfekt für alle ab 10 Jahren, die sich gerne in fantastische Welten entführen lassen – und auch für Erwachsene, die zwischendurch mal vom Alltag abheben wollen.
Kurz gesagt: Eine tierisch tolle Abenteuerreise, die mit viel Gefühl und Tempo überzeugt. Von mir gibt’s dafür solide
⭐⭐⭐⭐ Sterne!