Wenn das Dunkel erwacht: Crescent City 1
Kritik
Schon beim ersten Eintauchen in „Wenn das Dunkel erwacht: Crescent City 1“ merkt man, dass hier keine gewöhnliche Fantasy-Geschichte wartet, sondern eine, die mit Wumms und Herz ihren eigenen Beat schlägt. Bryce Quinlan, eine halb Fae, halb Mensch, liebt das pulsierende Nachtleben von Crescent City – bis ein grausamer Mord ihre Welt aus den Fugen reißt. Zwei Jahre später kann sie nicht loslassen, und als der Killer wieder zuschlägt, ist sie mitten drin in einem gefährlichen Spiel, das nicht nur Magie, sondern auch dunkle Geheimnisse zum Vorschein bringt.
Was mir besonders aufgefallen ist: Sarah J. Maas schafft es, ihre Figuren so lebendig und nahbar zu zeichnen, dass man das Gefühl hat, mit Bryce und dem ziemlich faszinierenden gefallenen Engel Hunt Athalar nebeneinander durch die Straßen einer Stadt zu schleichen, die vor Magie und Schatten nur so prickelt. Die Dynamik zwischen den beiden bringt Spannung, Emotionen und auch den ein oder anderen sarkastischen Dialog mit – perfekt durchmischt, damit es nie langweilig wird. Dazu hat die Autorin einen Schreibstil, der so flüssig und mitreißend ist, dass die über 800 Seiten kaum als Hindernis, sondern als Einladung zum Verlieren funktionieren.
Natürlich gibt es hier und da ein paar Längen, besonders wenn viel Weltaufbau ins Spiel kommt. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung ein paar Gänge höher schaltet, gerade gegen Mitte zieht sich das Tempo etwas. Doch die schön ausgearbeitete Kulisse und die Komplexität der Charaktere holen das locker wieder raus.
Wer Lust auf eine mitreißende Mischung aus düsterer Urban Fantasy, spannenden Ermittlungen und einer Prise Romantik hat, ist mit „Wenn das Dunkel erwacht“ genau richtig bedient. Es ist ein Buch, das man nicht einfach mal eben „runterliest“, sondern in dem man versinkt, weil es so viel zu entdecken gibt.
Am Ende also: klare Empfehlung für alle, die komplexe Welten und starke Charaktere lieben – und die keine Scheu vor ein bisschen Dunkelheit und Drama haben. Für mich ein solides 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Zwei Jahre später hat Bryce Danikas Tod noch immer nicht verwunden. Als der Mörder erneut zuschlägt, wird sie ungewollt in die Ermittlungen hineingezogen und muss mit dem gefallenen Engel Hunt Athalar zusammenarbeiten. Während die beiden die Spur des Mörders verfolgen, kommen sie nicht nur einander immer näher, sondern tauchen auch in die Abgründe von Crescent City ein.