Verrat an der Grand Central Station
Kritik
Kaum habe ich „Verrat an der Grand Central Station“ aufgeschlagen, hat mich der Mix aus Filmglamour und gefährlicher Intrige mitten in den New Yorker Goldenen Zwanzigern gepackt. Molly Murphy Sullivan, mittlerweile längst nicht mehr nur Ermittlerin, sondern auch Mama in Vollzeit, stolpert mitten in ein spannendes Chaos aus Sabotage, Eifersüchteleien und einem gefährlichen Todesfall – und plötzlich ist das Hollywood der frühen Tage alles andere als nur Glitzer und Glamour.
Die Handlung bringt nicht nur den Reiz eines historischen Krimis mit, sondern auch eine Portion Familienleben, die der Geschichte Tiefe verleiht. Besonders spannend finde ich, wie Bridie, Mollys Adoptivtochter, überraschend ins Filmgeschäft hineingezogen wird – ein echter Funken frischer Energie, der den Fall noch interessanter macht. Rhys Bowen und Clare Broyles verstehen es, ihre Hauptfigur lebendig und sympathisch zu zeichnen, ohne dass sie zu übermenschlich wirkt. Mollys schlagfertige Art und die dynamische Chemie innerhalb der Charaktere machen das Ganze richtig unterhaltsam. Zudem sorgt der lebendige Schreibstil dafür, dass man sich das hektische Setting der Studios und die Atmosphäre des Gilded Age richtig bildlich vorstellen kann.
Ganz ehrlich, man fühlt sich fast selbst am Set und bekommt Lust, in dieser Welt mehr aufzutauchen. Allerdings hat das Tempo zwischendurch ein paar kleine Durchhänger, und manche Nebenfiguren hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe vertragen können. Trotzdem hat mich das nicht wirklich gestört – die Spannung und das Charisma von Molly sind einfach zu überzeugend.
Wer gerne Krimis mit historischem Flair, starken Frauenfiguren und einer Prise Hollywood-Glitzer mag, ist hier goldrichtig. Trotz kleiner Schwächen bietet dieser 21. Fall der Reihe genau das, was ich mir von einer guten Cosy Crime Geschichte wünsche: Spannung, Witz und viel Herz. Perfekt für alle, die neben dem Nervenkitzel auch einen Blick hinter die Kulissen der frühen Filmwelt werfen wollen.
Unterm Strich: ein rundum gelungener Krimi, der Lust auf mehr macht – ich gebe 4 von 5 Sternen.