Gefesselt (ein Riley Paige Krimi - Band #2)
Kritik
Schon die ersten Kapitel haben mir den Atem gestockt: Blake Pierce setzt gleich eine beklemmende Stimmung, die sich wie ein Knoten im Magen festsetzt und nicht so schnell löst.
Worum geht’s grob? Im Hinterland von New York werden Frauen ermordet und auf grausame Weise zur Schau gestellt — in Ketten gewickelt und aufgehängt. Das FBI übernimmt, und nur eine Agentin scheint für so einen rätselhaften, verstörenden Fall geeignet: Riley Paige. Noch immer von ihrem letzten Fall gezeichnet, zögert sie, doch ihre Fähigkeit, sich in die Psyche eines Serienmörders hineinzuversetzen, macht sie zur einzigen Hoffnung. Die Jagd führt in Waisenhäuser, Psychiatrien und Gefängnisse, und der Takt wird knapper, als die Opferliste wächst.
Riley als Figur funktioniert: verletzlich, zäh und erschütternd ehrlich in ihrem eigenen inneren Chaos. Pierce schreibt in einem schnörkellosen, treibenden Stil — kurze Sätze, flottes Tempo, viele innere Monologe, die einem Riley sehr nahbringen. Das hat mir gefallen, weil es die Spannung aufbaut, ohne sich in pseudopsychologischen Exkursen zu verlieren. Besonders stark sind die Passagen, in denen die Ermittlungen mit Rileys innerer Zerrissenheit verschmelzen — das gibt dem Thriller eine psychologische Tiefe, die über reinen Schock hinausgeht.
Spontane Reaktion: Manche Szenen haben mich tatsächlich schlucken lassen — nicht, weil sie clever versteckt waren, sondern weil Pierce keine Angst vor der Dunkelheit hat. Genau das macht einen Psychothriller aus, finde ich. Gleichzeitig bleibt das Buch trotz der Härte sehr lesbar; die Kapitelendungen drücken immer wieder dieses „nur noch eins“-Gefühl.
Kritikpunkte, kurz und ehrlich: Wer extrem sensible Nerven hat, sollte wissen, dass die Beschreibungen schon explizit sein können. Manchmal driftet die Handlung gegen Ende in bekannte Thriller-Tropen ab, und ein, zwei Wendungen fühlen sich ein bisschen zu konstruiert an. Außerdem ist das Tempo nicht durchgängig gleichmäßig — einige Abschnitte ziehen sich, während andere hektisch hetzen. Für Leser, die tiefe Ermittlungsprocedures und forensic Detailverliebtheit erwarten, könnte das zu kurz kommen.
Fazit: Gefesselt ist ein dunkler, atmosphärisch dichter Psychothriller mit einer starken Hauptfigur, der vor allem durch Stimmung und psychologische Nähe punktet. Nicht perfekt, aber spannend und emotional wirksam — ideal für Leser:innen, die gern auf der Kante sitzen und Charakterdrama plus Nervenkitzel mögen.
Bewertung: 4 von 5 Sternen (★★★★☆)
Klappentext
Riley, von ihrem letzten Fall ins Schwanken gebracht, will nur ungern einen neuen Fall annehmen, da sie immer noch davon überzeugt ist, dass ein totgeglaubter Serienmörder sie jagt. Sie weiß aber, dass ihre einzigartige Fähigkeit sich in den Verstand eines Serienmörders hineinzuversetzen und ihre unnachgiebigen Ermittlungen notwendig sind, um den Fall sie lösen. Sie kann nicht ablehnen - auch wenn es sie über ihre Grenzen bringt.
Rileys Suche bringt sie tief in den wahnsinnigen Verstand des Mörders, sie führt sie durch Waisenhäuser, Psychiatrische Anstalten und Gefängnisse, in dem Versuch die Tiefen seiner Psychose zu verstehen. Ihr wird klar, dass sie es mit einem wahren Psychopathen zu tun hat und die Zeit knapp wird, bevor er wieder zuschlägt. Mit einem Job, der auf dem Spiel steht, ihrer eigenen Familie, die zum Ziel wird, und ihrer zerbrechlichen Psyche, die vor dem Zusammenbruch steht, könnte es alles zu viel für sie werden - und zu spät sein.
GEFESSELT, ein dunkler Psychothriller, der Ihren Puls zum Rasen bringt, ist Band #2 in einer fesselnden neuen Serie - mit einem geliebten neuen Charakter - der Sie bis spät in die Nacht wach halten wird.
Band #3 in der Riley Paige Serie bald erhältlich.