Im Wald
Key Facts
Kritik
„Im Wald“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen – dieses Knistern in der Luft, wenn ein ruhiges Dorf von düsteren Geheimnissen erschüttert wird, zieht einfach jeden Krimifan in den Bann. Die Geschichte startet mit einem mysteriösen Wohnwagenbrand in Ruppertshain, aus dem eine Leiche geborgen wird. Es folgen weitere Unglücke, die nicht nur die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander, sondern auch die Dorfgemeinschaft aus der Fassung bringen. Die Ermittlungen führen tief in die Vergangenheit, bis zurück in das Jahr 1972, und enthüllen ein lange verdrängtes Trauma, das diesen Fall besonders persönlich für Bodenstein macht.
Die Figuren sind wieder mal tolle Begleiter – Bodenstein und Sander ergänzen sich gut, ihre Wechselwirkungen wirken lebendig und authentisch, ohne ins Klischeehafte abzurutschen. Nele Neuhaus schafft es, die Atmosphäre des Taunus und die trügerische Dorfidylle so dicht zu zeichnen, dass man das Gefühl hat, selbst zwischen den Bäumen zu stehen, zu riechen, zu spüren. Der Schreibstil ist flüssig, gut strukturiert und sorgt dafür, dass die Spannung bis zum Schluss hält. Klar, es gibt viele Figuren und Handlungsstränge, da muss man manchmal wirklich aufpassen, wer wer ist – ein bisschen Konzentration ist also gefragt, aber das macht die Geschichte auch komplex und abwechslungsreich.
Kritisch betrachtet, hätte der Spannungsbogen für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas knackiger sein dürfen. Manchmal zieht sich die Handlung etwas und Wiederholungen sorgen dafür, dass die Luft raus ist. Aber insgesamt wird das wieder ausgeglichen durch die fesselnden Enthüllungen und den persönlichen Bezug der Hauptfigur zu den Fällen.
Wer Lust auf einen gut recherchierten, atmosphärischen Krimi mit einer Mischung aus düsterer Vergangenheit und packender Gegenwart hat, ist bei „Im Wald“ genau richtig. Wer allerdings eher schnelle, schnörkellose Action sucht, wird hier nicht komplett glücklich. Für alle anderen: Einfach einsteigen und mitfiebern.
4 von 5 Sternen – solide, spannend, atmosphärisch, mit kleinen Schwächen, die den Lesespaß aber kaum trüben.
Klappentext
Nele Neuhaus fängt die trügerische Dorfidylle Rupperthains ein, in der das Ermittlerduo in ihrem achten Fall ermittelt.
Der neue Bücher Bestseller der bekannten Krimi-Autorin schafft durch die Beschreibung von Originalschauplätzen und der Skizzierung des Dorflebens eine dichte Atmosphäre. Die Verbrechen erschüttern diese Idylle und werden in diesem Buch zu Bodensteins persönlichstem Fall.
Mit dem Taunus-Krimi landet die deutsche Schriftstellerin erneut auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten.