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Autor:
Erschienen:
2024-10-30
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Black Forest

Kritik

Manchmal begegnet einem ein Buch, das einen nicht mehr loslässt, weil es genau diesen bittersüßen Mix aus Heimatgefühlen, Geheimnissen und echter Spannung hinbekommt – „Black Forest“ von Wolfgang Schorlau schafft genau das. Wer auf Krimis steht, die nicht nur durch actionreiche Szenen punkten, sondern auch mit einer tief verwurzelten Familiengeschichte und politischem Hintergrund, der ist hier genau richtig.

Im Herzen des Schwarzwaldes entfaltet sich eine Geschichte um Georg Dengler, der aus Sorge um seine Mutter zurückkehrt auf den alten Familienhof. Dort verstrickt er sich in rätselhafte Ereignisse: mysteriöse nächtliche Besucher, ein Konflikt um ein windradverdächtiges Grundstück und überraschend viel Unausgesprochenes in seiner eigenen Familienvergangenheit. Schorlau lässt die Geschichte in einem wunderbaren Spannungsbogen wachsen, ohne dabei auf billige Thriller-Klischees zurückzugreifen.

Georg ist ein Protagonist, der menschlich und nahbar wirkt – keine überzeichnete Detektiv-Ikone, sondern jemand, der mit seiner Vergangenheit ringt, mit dem Wandel seiner Heimat und vor allem mit seiner eigenen Rolle darin. Die Nebenfiguren sind nicht nur Staffage, sondern tragen mit ihrer eigenen Geschichte und Haltung deutlich zu der dichten Atmosphäre bei. Besonders die Jugendliebe, die zugleich Heilpraktikerin ist und sich gegen das Windrad stellt, sorgt für interessante emotionale und ideologische Reibungen.

Schorlaus Schreibstil ist schnörkellos, präzise und dennoch mit einer Prise Lakonie gewürzt, die dem Buch eine gewisse Lockerheit gibt, ohne die Ernsthaftigkeit zu verlieren. Das macht das Lesen angenehm fließend und man spürt, dass da jemand mit Herzblut bei der Sache ist. Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal zieht sich die Erzählung an Stellen etwas, weil der Autor viel Wert auf die Hintergründe und Zusammenhänge legt – das fordert Geduld, zahlt sich aber aus.

Wer also Lust auf einen Krimi hat, der weit mehr ist als ein bloßes Katz-und-Maus-Spiel, sondern auch Familiengeheimnisse, Umweltdiskussionen und einen Hauch Schwarzwaldromantik einfängt, sollte bei „Black Forest“ zugreifen. Ein Buch, das einen nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Klare Leseempfehlung mit kleinen Schönheitsfehlern, die den Gesamteindruck aber kaum schmälern. 4 von 5 Sternen.

Klappentext

Aus Sorge um seine Mutter reist Georg Dengler in den Schwarzwald. Über den Hof, auf dem er seiner Kindheit verbracht hat, schleichen nachts Gestalten. Oben am Feldberg besitzt die Familie Dengler ein Grundstück – die ideale Lage für ein Windrad. Wäre da nicht der örtliche Widerstand. Georgs Jugendliebe, mittlerweile die Heilpraktikerin seiner Mutter, ist eine der Wortführerinnen. Nachdem die Denglers auf einer schmalen Straße abgedrängt werden, landet Margret im Krankenhaus – und ihr Sohn ist endgültig beunruhigt. Um zu finden, was nächtliche Eindringlinge suchen könnten, stöbert Georg durch das Inventar mehrerer Leben, das in den Winkeln des weitläufigen Hauses verstaut ist: Seit Generationen war der Hof Familienbesitz, erst nach dem Unfalltod ihres Mannes gab Margret die Landwirtschaft auf. Aber auch das scheint plötzlich, nur noch die halbe Wahrheit zu sein. Statt auf Antworten stößt Dengler auf immer neue Fragen: Wer sind die Kerle auf dem Hof und wer hat sie geschickt? Wer war sein Vater, bevor er ein treusorgender Ehemann wurde? Wieso liegt Auerhahnkot am Feldberg, wo seit Jahren keiner der Vögel mehr gesehen wurde? Als er feststellt, dass seine Familie sich inmitten erbittert geführter Kämpfe um die Zukunft unserer Energiegewinnung befindet, ist es fast zu spät: Nach einem Sturz liegt seine Mutter im Koma. Und draußen, im Schutz der Dunkelheit, schleicht eine Wölfin um eine Leiche.

FAQ

Aus Sorge um seine Mutter reist Georg Dengler in den Schwarzwald. Über den Hof, auf dem er seiner Kindheit verbracht hat, schleichen nachts Gestalten.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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