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Erschienen:
2023-01-23
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Zwischen Welten

Kritik

Da sitzt man also mit „Zwischen Welten“ von Juli Zeh auf dem Sofa, und schon nach den ersten Seiten fühlt man sich wie ein stiller Beobachter eines hitzigen Dialogs zwischen zwei Freunden, die eigentlich viel mehr verbindet als trennt – oder? Stefan und Theresa, die sich nach zwanzig Jahren völlig verändert wiederfinden, sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht: Der erfolgreiche Journalist aus Hamburg und die bodenständige Bio-Bäuerin aus Brandenburg könnten kaum konträrer sein, doch gerade diese Gegensätze machen das Buch so spannend.

Juli Zeh bringt mit ihrem frischen, klaren Stil diese dramatisch-politisierte Freundschaft wunderbar zum Leben. Was mir besonders gefällt, ist, wie nah man beiden Figuren bleibt – mit all ihren Hoffnungen, Zweifeln und auch Ecken und Kanten. Der ständige Schlagabtausch per E-Mail und WhatsApp liest sich fast wie ein echtes Gespräch, bei dem man manchmal nur mit dem Kopf schütteln oder den Atem anhalten kann, so dicht sind die Themen: Klimawandel, Gendersprache, Rassismus – aktuelle Debatten, die hier nicht nur politisch behandelt werden, sondern direkt ins Herz und in die Beziehung schlagen. Man merkt, wie schwer es ist, trotz aller gesellschaftlichen Gräben aufeinander zuzugehen.

Klar, manchmal wünscht man sich ein bisschen weniger Theorie und mehr Tiefgang in den inneren Welten der Figuren – an manchen Stellen ist der Diskurs für meinen Geschmack ein Ticken zu belehrend. Aber hey, genau das macht das Buch auch zu einem aktuellen Spiegel unserer Zeit, und irgendwie tut das weh – im besten Sinne.

Am Ende lässt einen „Zwischen Welten“ mit der Frage zurück: Wie weit können unterschiedliche Welten auseinanderdriften, bevor nichts mehr zusammenhält? Wer auf intensive, politisch und emotional aufgeladene Bücher steht, die sich mit Freundschaft, Liebe und Identität auseinandersetzen, ist hier genau richtig.

4 von 5 Sternen – ein vielschichtiges Leseerlebnis, das lebendig und realistisch zeigt, wie sehr unsere Gesellschaft unseren engsten Beziehungen im Weg stehen kann.

Klappentext

Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.
Stefan hat Karriere bei Deutschlands größter Wochenzeitung BOTE gemacht, Theresa den Bauernhof ihres Vaters in Brandenburg übernommen. Aus den unterschiedlichen Lebensentwürfen sind gegensätzliche Haltungen geworden. Stefan versucht bei seiner Zeitung, durch engagierte journalistische Projekte den Klimawandel zu bekämpfen. Theresa steht mit ihrem Bio-Milchhof vor Herausforderungen, die sie an den Rand ihrer Kraft bringen.

Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.

Stefan hat Karriere bei Deutschlands größter Wochenzeitung BOTE gemacht, Theresa den Bauernhof ihres Vaters in Brandenburg übernommen. Aus den unterschiedlichen Lebensentwürfen sind gegensätzliche Haltungen geworden. Stefan versucht bei seiner Zeitung, durch engagierte journalistische Projekte den Klimawandel zu bekämpfen. Theresa steht mit ihrem Bio-Milchhof vor Herausforderungen, die sie an den Rand ihrer Kraft bringen.

Die beiden beschließen, noch einmal von vorne anzufangen. In einem offenen und sehr emotionalen Austausch per E-Mail und WhatsApp wollen sie einander ganz neu kennenlernen und sich gegenseitig aus ihren Welten erzählen – aus dem Leben im Elfenbeinturm der Hamburger Kultur-Elite und aus der erdverbundenen brandenburgischen Agrar-Existenz. Steckt hinter der alten Freundschaft vielleicht sogar eine verhinderte Liebe? Doch während Stefan und Theresa einander näher kommen, geraten sie immer wieder in einen hitzigen Schlagabtausch um polarisierte Fragen wie Klimapolitik, Gendersprache und Rassismusvorwürfe. So sehr sie sich bemühen, die Politik aus ihrer Freundschaft herauszuhalten – es ist, als liefen die Gräben einer gespaltenen Nation mitten durch ihre Beziehung. Ist heute wirklich jeder und jede gezwungen, eine Seite zu wählen? Gibt es noch Gemeinsamkeiten zwischen den Welten? Können Freundschaft und Liebe die Kluft überbrücken, oder sind es gerade enttäuschte Gefühle, die die Konflikte so unüberwindbar machen?

Als sich am Ende Theresas und Stefans Wege auf völlig unerwartete Weise kreuzen, müssen beide erkennen, dass sie im Begriff stehen, etwas Entscheidendes zu verlieren: die Freiheit, selbst zu bestimmen, wer man ist.

Ungekürzte Lesung mit Max Urlacher, Julia Nachtmann, Rosario Bona
12h 46min

FAQ

Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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