Der Herr der Ringe. Erster Teil: Die Gefährten
Kritik
Vom ersten Satz an spürt man: Hier geht es nicht nur um Abenteuer, sondern um Freundschaft, Verlust und den zähen Kampf gegen das Dunkel — und genau das macht den Zauber dieses Buchs aus.
Im Kern folgt Der Herr der Ringe. Erster Teil: Die Gefährten einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von neun Gefährten, die sich auf eine Reise begeben, um den Einen Ring zu zerstören, bevor er in die falschen Hände fällt. Tolkien skizziert eine Welt im Umbruch: das gemütliche Auenland gegen die wachsende Bedrohung aus dem Osten. Mehr muss man nicht wissen, um von der Stimmung ergriffen zu werden — Spoilerfrei.
Die Figuren sind das Herzstück: Frodo, der zögernde Träger der Bürde; Sam, dessen Loyalität oft berührt; die Hobbits Merry und Pippin mit ihrer unbeschwerten, aber nicht naiven Art; Aragorn als gebrochener, dennoch hoffnungsvoller Held; und natürlich Gandalf, dessen Präsenz alles zusammenhält. Die Charaktere wachsen organisch, und ihre Bindungen sind es, die den oft weiten, mythischen Tonfall des Romans menschlich machen.
Tolkien schreibt mit einem ungeheuren Sinn für Details und einer Liebe zur Sprache. Seine Beschreibungen von Landschaften und Kulturen sind so dicht, dass Mittelerde vor dem inneren Auge entsteht — manchmal zum Verweilen, manchmal zum Staunen. Die Erzählweise ist eher gemächlich; wer Tempo und Cliffhanger à la moderner Thriller sucht, wird da anders ticken. Mich hat genau diese Entschleunigung aber oft belohnt: Man hängt sich an Dialoge, Lieder und kleine Gesten wie an Rettungsringe.
Ein Wort zur deutschen Fassung und Hörfassung: Die Übersetzung von Wolfgang Krege bleibt nahe am Originalton, und die ungekürzte Lesung — eindrucksvoll gesprochen von Achim Höppner, bekannt als Gandalf-Stimme — bringt die Figuren stimmlich nah. Die Laufzeit von knapp 23 Stunden ist ein Commitment, fühlt sich aber wie ein verdienter Aufenthalt in einer reich ausgearbeiteten Welt an.
Kritikpunkte? Ja. Die Detailverliebtheit wird für manche Lesende zuweilen zur Geduldsprobe; Passagen mit Reisebeschreibungen oder genealogischen Einschüben verlangen Durchhaltevermögen. Und die altmodische, geleg
Klappentext
Das lange Warten der Fans wird belohnt: Achim Höppner, die deutsche Synchronstimme des Zauberers Gandalf, liest das unübertroffene Fantasy-Epos in der Übersetzung von Wolfgang Krege komplett und ungekürzt.
(Laufzeit: 22h 54)