US
Kritik
Manchmal trifft eine Geschichte mitten ins Herz, ohne laut zu sein – genau so fühlt sich „US“ von Sarina Bowen und Elle Kennedy an. Hier geht es nicht nur um Sport oder Romantik, sondern um das mutige Aufeinandertreffen von Liebe und gesellschaftlichen Erwartungen. Ryan Wesley, ein aufstrebender NHL-Star, und Jamie, seine große Liebe, stehen vor einer riesigen Herausforderung: Ihr Glück zu bewahren, während die Welt draußen auf Enthüllungen lauert, die Ryans Karriere zerstören könnten.
Die beiden Hauptfiguren sind keine perfekt geschliffenen Helden, sondern echte Menschen mit realen Ängsten und Träumen. Ryan, stark und verletzlich zugleich, kämpft nicht nur auf dem Eis, sondern auch mit seinem inneren Konflikt. Jamie ist der ruhende Pol, der gegen die Unsicherheiten anlächelt und doch selbst seine eigene Last trägt. Die Chemie zwischen den beiden wirkt absolut authentisch – kein Kitsch, dafür jede Menge Herz.
Sarina Bowen und Elle Kennedy schaffen mit ihrem schlichten, aber fesselnden Schreibstil ein Umfeld, in das man sofort eintauchen will. Die Dialoge sitzen, die Emotionen kommen direkt und unverfälscht rüber. Besonders gefallen hat mir, wie sensibel das Thema Homosexualität im Sport behandelt wird, ohne sich dabei in Klischees oder Dramen zu verlieren. Dass „US“ auch zeigt, wie komplex und zerbrechlich Erfolg sein kann, macht das Ganze umso glaubwürdiger.
Klar, mitunter hätte die Handlung eine Prise Tempo vertragen können – manche Passagen zogen sich für meinen Geschmack etwas, aber das hielt die Spannung nie wirklich auf. Für Leser:innen, die kein Fan von allzu dramatischen Wendungen sind, ist das eher ein Pluspunkt.
Kurz und knapp: Wer Lust auf eine ebenso zarte wie kraftvolle Liebesgeschichte hat, die gleichzeitig Mut macht und zum Nachdenken anregt, ist bei „US“ genau richtig. Ein Buch, das zeigt, wie viel Courage in echten Beziehungen steckt.
4 von 5 Sternen.