Der erste Fall für Detective Cross - Der Kriminalist, Band 1 (ungekürzt)
Kritik
Schon nach den ersten Seiten fühlt man sich mitten in den nebligen Straßen Bristols, ganz nah dran an einem Kommissar, der anders tickt als alle anderen. Detective George Cross ist kein Freund von Smalltalk oder Teamgeist – und doch ist er genau der Typ, den man in einem kniffligen Fall an seiner Seite wissen will.
Im Mittelpunkt steht ein scheinbar einfacher Fall: Ein erdrosselter Obdachloser wird in einem Park gefunden, und alle gehen von einem Streit innerhalb der Szene aus. Cross aber wittert mehr, gräbt tief in der Vergangenheit des Opfers und entdeckt Verbindungen zu einem längst vergessenen Mordfall. Die Mischung aus Gegenwart und Rückblenden gibt der Story ein spannendes Tempo und hält die Neugier immer oben.
Tim Sullivan schafft es, Cross als widersprüchlichen, gesellschaftlich oft unpassenden Menschen zu zeichnen, der in seiner Besessenheit für Details erstaunlich viel Wärme zeigt. Der Schreibstil ist dabei wunderbar zugänglich – präzise, aber ohne trocken zu wirken. Besonders gefallen hat mir, wie die Spannung langsam, aber unaufhaltsam aufbaut, ohne mit unnötigem Drama zu überladen. Ein echter Pluspunkt für alle, die Krimis mit einem cleveren Ermittler und einem Hauch von Psychologie mögen.
Einziger Haken: Manche Nebenfiguren bleiben etwas blass und hätten gerne mehr Tiefe vertragen. Außerdem hätte der Schluss für meinen Geschmack ein kleines bisschen knackiger sein dürfen – aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau.
Wer also Lust auf einen gut durchdachten, atmosphärischen Krimi mit einem Detektiv, der frisch aus der Reihe tanzt, hat, ist hier goldrichtig. Für Fans von spannenden Ermittlungen ohne schnickschnackige Action eine klare Empfehlung.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.