Wenn dir das hier gefiel …
Sunrise on the Reaping (A Hunger Games Novel)
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Aufschlagen von Sunrise on the Reaping spürt man diesen unverkennbaren Nervenkitzel, der die Hunger-Games-Welt so unvergleichlich macht. Dieses Buch katapultiert uns zurück in Panem – diesmal aus der Perspektive eines Charakters, der bereits bekannt ist, aber hier überraschend tiefgründig und verletzlich gezeigt wird: Haymitch Abernathy.
Die Story spielt zum fünfzigsten Jahrestag der berüchtigten Hunger Games, dem sogenannten Quarter Quell, bei dem nicht nur ein, sondern gleich doppelt so viele Tribute aus den Distrikten gezogen werden. Für Haymitch ändert sich dadurch alles: weg von seiner Familie und der Liebe seines Lebens, hinein in eine brutale Arena, die ihm das Herz zerreißen wird. Man fühlt förmlich mit ihm, fiebert, leidet und will zugleich wissen, wie er diesen Kampf meistern wird – oder ob er es schafft, überhaupt einen Funken Hoffnung zu bewahren.
Suzanne Collins schafft es mal wieder, die düstere Atmosphäre von Panem lebendig werden zu lassen, ohne dass es zu dunkel oder schwer wird. Der Schreibstil ist klar, schnörkellos und trotzdem emotional – genau richtig, um die Spannung hochzuhalten, aber auch menschliche Schwächen und kleine Momente der Hoffnung einzufangen. Besonders gut gefallen hat mir, wie Haymitch präsentiert wird: kein reiner Held, sondern ein Typ, der kämpft, zweifelt und trotzdem nicht aufgibt. Die Co-Protagonist:innen aus District 12 sind dabei keine blassen Nebenfiguren, sondern vielseitige Charaktere mit Herz und Ecken, die der Geschichte zusätzlichen Pep verleihen.
Klar, ein paar kleinere Längen schleichen sich hin und wieder ein – gerade wenn es um die politischen Hintergründe geht, hätte ich manchmal was knackigeres erwartet. Und ganz ehrlich: Ob man den fünften Band wirklich unbedingt brauchte, darüber lässt sich streiten. Aber für alle, die mit den vorherigen Büchern und Filmen warm geworden sind und Panem nicht abschütteln können, ist Sunrise on the Reaping eine willkommene, spannende und emotionale Ergänzung.
Wer also auf düstere Dystopien mit komplexen Figuren steht, denen nahezugehen man sich nicht scheut, ist hier genau richtig. Für Fans der Reihe sowieso ein Must-Read – und wer Collins‘ kraftvollen Stil kennt, wird auch hier kaum enttäuscht.
4,5 von 5 Sternen – weil es ein fesselndes Pageturner-Erlebnis ist, das nur an wenigen Stellen einen winzigen Durchhänger hat, aber die Essenz der Hunger Games perfekt einfängt.