Wenn dir das hier gefiel …
Around the World in 80 Days
Key Facts
Kritik
Als ich Phileas Fogg zum ersten Mal „traf“, war da dieses kleine Kribbeln: die Versprechung auf Aufbruch, auf Präzision gegen Chaos, und die pure Freude am Reisen — ganz ohne Kofferpacken. Jules Vernes Roman fühlt sich an wie eine Einladung, die man schwer ablehnen kann.
Worum geht’s? Kurz gefasst: Der ruhige, pingelige Gentleman Phileas Fogg wettet untypisch groß und bricht mit seinem treuen Diener Passepartout auf, um die Welt in 80 Tagen zu umrunden. Boot, Zug, Kutsche — und ja, sogar ein Elefant — es ist ein Wettlauf gegen die Uhr. Mehr verrate ich nicht, nur so viel: Tempo, Überraschungen und immer wieder neue Schauplätze bestimmen das Geschehen.
Die Figuren sind zugleich simpel und charmant: Fogg ist die Stoßstange der Geschichte — kühl kalkulierend, fast mechanisch in seiner Zuverlässigkeit, aber gerade daraus entsteht Humor und Sympathie. Passepartout bringt Herz, Tollpatschigkeit und Wärme rein; ohne ihn würde die Reise zu ernst geraten. Dazu gesellen sich Nebenfiguren wie ein hartnäckiger Verfolger, die der Handlung zusätzliche Spannung verleihen, ohne ins Melodramatische abzurutschen.
Vernes Stil ist detailverliebt und pragmatisch: Er liebt technische Beschreibungen und geografische Genauigkeit, was dem Buch den Charakter eines literarischen Reiseführers verleiht, aber immer mit einem Augenzwinkern. Das Tempo ist meist überraschend flink — die Kapitel rasen von Ort zu Ort — und trotzdem bleibt Zeit für kleine, feine Beobachtungen über Gesellschaft und Menschlichkeit. Meine Reaktion zwischendurch: „Wie schafft der Typ das nur?“ — und genau das macht Spaß.
Kritikpunkte? Ja, ein paar. Manche Passagen wirken heute etwas altbacken oder kolonial geprägt; die Perspektiven sind klar im 19. Jahrhundert verankert. Die Figurenzeichnung könnte für Leser:innen, die psychologische Tiefe erwarten, zu flach bleiben — Fogg ist bewusst archetypisch. Und wer es super modern und realistisch mag, könnte manche Zufälle und Konstruktionen als zu konstruiert empfinden.
Für wen ist das Buch geeignet? Wenn du Abenteuer magst, eine Vorliebe für klassische, gut getimte Plots hast und gern in eine spielerische, weltumspannende Erzählung eintauchst — dann ist das genau dein Ding. Wer dagegen nach tiefem Figurenstudium oder politischer Sensibilität sucht, wird hier nicht voll auf seine Kosten kommen.
Fazit: Eine flotte, charmante Reise, die mit Witz, Tempo und klassischem Abenteuer begeistert, auch wenn sie gelegentlich in historischen Patina gehüllt ist. Ideal für Lesende, die sich auf eine gute Portion Entdeckerfreude einlassen wollen.
Bewertung: 3/5 Sterne
Klappentext
Phileas Fogg is a sensible, well-off man who uncharacteristically accepts a huge bet that he can’t travel around the world in 80 days. Along with his valet Passepartout, Fogg sets about to do the impossible via boats, trains, and even an elephant.
Since its publication in 1872, Around the World remains one of the most famous adventure stories out there. Jules Verne has a gift for weaving entire worlds with words, and in Fogg he’s crated a hero for anyone who’s ever dreamed of leaving their humdrum life behind.