Kummer aller Art
Kritik
Manchmal fühlt sich das Leben an wie eine chaotische Wohnung, in der man mal unterm Sofa nach den eigenen Gefühlen kramen muss – genau dieses Gefühl fängt Mariana Leky in „Kummer aller Art“ auf wunderbar leichte und zugleich tiefsinnige Weise ein. Hier gibt es keine großen Dramen, sondern kleine Kolumnen über die alltäglichen Sorgen und die leisen Momente, die uns alle verbinden.
Im Mittelpunkt stehen verschiedene Figuren, die mit ihrem ganz persönlichen Kummer jonglieren: Armin, der Kioskbesitzer, der sich vergeblich in Meditation übt, Frau Wiese mit schlaflosen Nächten, Lisa, die ihren ersten Liebeskummer erlebt, und so viele andere, deren Leben aus kleinen Unsicherheiten und großen Fragen besteht. Lekys Erzählstil liest sich dabei wie ein Plausch unter Freunden – klug, humorvoll und mit einem feinen Gespür für die Absurditäten des Alltags. Man fühlt sich eingeladen, an den Spaziergängen teilzunehmen, bei denen Probleme zwar nicht verschwinden, aber wenigstens mal an die frische Luft kommen.
Was mir besonders gefällt, ist, wie nah die Autorin an ihren Figuren bleibt, ohne sie in Melancholie zu ertränken. Dieser leichte Tonfall, gepaart mit großem Einfühlungsvermögen, macht „Kummer aller Art“ zu einer warmherzigen Lektüre, die zum Nachdenken anregt, ohne schwer zu wirken. Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Kolumnen wirken ein bisschen zu kurz, sodass man sich nach mehr Tiefe sehnt. Aber gerade das Verlagert das Buch eher in die Richtung eines Zwischendurch-Begleiters, was ja auch seinen Charme hat.
Wenn du Lust auf ein Buch hast, das mit Witz und Wärme zeigt, wie menschlich das Leben mit all seinen kleinen Sorgen ist, dann ist „Kummer aller Art“ definitiv eine Empfehlung wert. Es ist kein klassischer Roman, sondern eher ein Spiegel unserer inneren Unordnung – humorvoll erzählt und trotzdem ehrlich. Für alle, die gern kurz und knackig mit einer Portion Tiefsinn lesen, genau richtig.
Ich gebe 4 von 5 Sternen – weil es in seiner Schlichtheit und Herzlichkeit überzeugt, aber ein bisschen mehr Tiefe hätte manchmal nicht geschadet.