Hercule Poirots stille Nacht
Kritik
Kaum hat man sich auf festliche Stimmung eingestellt, entführt Sophie Hannah uns mitten hinein in ein stürmisches Weihnachtsabenteuer an der nebligen Küste von Norfolk. „Hercule Poirots stille Nacht“ mixt ganz wunderbar die besinnliche Atmosphäre mit einem spannenden Mordfall – perfekt, wenn man Weihnachtskrimis mit Pfiff mag.
Im Zentrum stehen der berühmte Meisterdetektiv Hercule Poirot und sein Freund Edward Catchpool, deren charmantes Duett schon allein Lust macht, sich in die Geschichte zu vertiefen. Die unerwartete Einmischung von Catchpools Mutter sorgt für eine Prise Chaos und sorgt dabei für den einen oder anderen Schmunzler. Die Handlung dreht sich um einen mysteriösen Mord in einem Krankenhaus, das bald ein schwerkranker Freund der Familie beziehen soll. Natürlich wird es nicht leichter, als ein zweiter Mord passiert – und Poirot mitten im Sturm ein kniffliges Rätsel lösen muss. Die malerische und bedrückende Kulisse der Küste trägt ihren Teil zur dichten Atmosphäre bei.
Sophie Hannah bleibt ganz nah an Agatha Christies klassischem Stil, verleiht dem Ganzen aber mit ihrem eigenen Humor und frischen Dialogen eine moderne Note. Ihr Schreibstil ist klar, dabei nie zu steif – die Seiten fliegen nur so dahin. Wanja Mues’ Lesung unterstreicht die Stimmung perfekt, seine Stimme bringt Poirots feine Ironie wunderbar zur Geltung.
Kritisch angemerkt: Manchmal schleichen sich kleinere Logiklöcher ein, und der Spannungsbogen könnte an einigen Stellen knackiger sein. Wer aber Herz für klassische Detektivgeschichten hat, dürfte das locker verschmerzen.
Kurz gesagt: Wer auf Besinnlichkeit mit einer ordentlichen Portion Spannung steht und sich gerne von Poirots scharfem Verstand in ein Wintermärchen aus Mord und Tücken entführen lässt, ist hier genau richtig. Ein stimmungsvoller Krimi, der Lust auf mehr macht – vielleicht nicht der originellste, aber definitiv unterhaltsam.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Der berühmte Detektiv Hercule Poirot und sein Polizistenfreund Edward Catchpool beraten sich gerade über das perfekte Weihnachtsmenü, als Catchpools eigenwillige Mutter in der Tür steht und nicht mehr gehen will. Wenige Stunden später fahren alle drei gemeinsam an die stürmische Küste von Norfolk, um dort einen Mordfall aufzuklären.
Ein älterer Mann wurde in dem Krankenhaus umgebracht, in das ein schwerkranker Freund von Mrs Catchpool demnächst eingeliefert werden soll. Die Polizei wirkt ratlos, und die Ehefrau des Kranken ist außer sich vor Angst, ihr Mann könnte das nächste Opfer sein. Poirot ist zuversichtlich, die Ermittlungen vor den Feiertagen abschließen zu können – doch dann geschieht wieder ein Mord.
Ein vergnüglicher Weihnachtskrimi in malerischer Umgebung – Sophie Hannah bleibt der Figurenwelt von Agatha Christie treu, bringt aber ihren ganz eigenen Humor hinein.
Ungekürzte Lesung mit Wanja Mues
10h 7min