Herzen im Neustart
Kritik
Manchmal braucht es nur einen kleinen Kurzschluss, damit im Herzen endlich wieder Licht angeht – genau dieses Gefühl schwingt in „Herzen im Neustart“ von Jae mit. Willow ist der Inbegriff von Pechvogel, wenn es um Technik und Beziehungen geht. Alles scheint bei ihr zu „crashen“, sei es der Drucker oder das Herz. Und dann taucht Scottie auf, die IT-Zauberin mit einem Lächeln, das selbst die trübsten Tage aufhellt und Willows Vorsätze gehörig durcheinanderwirbelt.
Die Handlung dreht sich um zwei Frauen, die beide mit ihren Altlasten kämpfen und sich gegen das Chaos in ihren Gefühlen wehren – bis ein unerwarteter Moment, eingeklemmt in einem Aufzug, alles ändert. Es ist ein wunderbar schrulliger, liebevoll erzählter Roman, der mit warmherzigen Figuren punktet. Willow's typische Technik-Pannen sind nicht nur witzig, sondern unterstreichen ihre Verletzlichkeit und machen sie in ihrer Unvollkommenheit unglaublich sympathisch. Scottie hingegen bringt Schwung und frische Energie ins Spiel, ohne klischeehaft zu wirken.
Jae schafft eine locker-fließende Sprache, die nie zu kitschig gerät und das moderne Setting mit viel Humor zu einer echten Wohlfühloase macht. Die Dynamik zwischen den beiden ist nahbar und authentisch, kleine Missverständnisse und charmante, unspektakuläre Momente lassen das Gefühl entstehen, Teil dieser Geschichte zu sein. Einziger kleiner Kritikpunkt: Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Emotionen noch ein bisschen mehr Tiefe bekommen, so dass das Drama nicht nur leichtes Geplänkel bleibt.
Für alle, die auf der Suche sind nach einer unkomplizierten, herzerwärmenden Liebesgeschichte mit Ecken, Kanten und ganz viel Menschlichkeit: Hier seid ihr genau richtig. „Herzen im Neustart“ fühlt sich an wie ein guter Kaffee an einem verregneten Nachmittag – tröstlich, schmeichelnd und einfach richtig gut.
Verdiente 4 von 5 Sternen. Wer Glücksmomente zwischen Alltagskrawatten liebt, sollte hier unbedingt reinschnuppern.