Wenn dir das hier gefiel …
Kommissar Jörgensen und das Palimpsest: Hamburg Krimi
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel hatte ich dieses leichte Prickeln im Nacken — nicht nur wegen des Mordes, sondern weil Alfred Bekker eine Welt eröffnet, in der Talent plötzlich handelbar wird und sich das Gewohnte unheimlich verschiebt.
Worum es geht, lässt sich kurz sagen: Der weltberühmte Geigenbaumeister Klaus Richter wird tot in seiner verschlossenen Werkstatt gefunden, der Fall scheint abgeschlossen. Wochen später spielt ein arbeitsloser Hafenarbeiter wie besessen auf einer Violine — mit der virtuosen Hand eines Meisters, ohne Erklärung. Kommissar Uwe Jörgensen gräbt tiefer und stößt auf das gefährliche Projekt Palimpsest und die mächtige Eidolon Corporation. Um die Wahrheit zu finden, muss er sein altes Team reaktivieren: ein traumatisierter Hacker und ein gefallener Elitespion, beide zäh und kaputt auf ihre Weise. Mehr verrate ich nicht — die Spannung lebt vom Entdecken.
Die Figuren sind der Grund, warum das Buch so zündet. Jörgensen ist kein unfehlbarer Held, sondern müde, misstrauisch und zutiefst menschlich — genau das macht ihn glaubwürdig und sympathisch. Die Nebenfiguren, vor allem der Hacker mit seinen dunklen Narben und der Ex-Spion, bringen Textur und Reibung in die Ermittlungen. Bekker gelingt es, die Charaktere so zu gestalten, dass man mit ihnen hofft, fürchtet und zweifelt. Die Eidolon Corporation wiederum ist genau so kalkuliert unheimlich, wie man sich einen Konzern vorstellen möchte, der mit Seelen handelt.
Sprachlich bewegt sich Bek