Mathilda oder Irgendwer stirbt immer (ungekürzt)
Kritik
Manchmal braucht man einfach eine Geschichte, die einen mit warmem Herzen und einem Augenzwinkern umarmt – und genau das liefert Dora Heldt in „Mathilda oder Irgendwer stirbt immer“. Direkt beim ersten Kapitel ist man mittendrin im beschaulichen Nordic-Dorf Dettebüll, wo die liebevoll verschrobene Mathilda ihren Kampf für Familienfrieden aufnimmt. Klar, das funktioniert nicht immer reibungslos, wenn die eigene Mutter Ilse mit frechem Witz und einer ordentlichen Portion Boshaftigkeit für ordentlich Zündstoff sorgt.
Die Handlung entwickelt sich mit einer herrlich unaufgeregten Mischung aus Heimatgefühlen, Familienzwist und plötzlich auftauchenden, leicht dubiosen Fremden, die die idyllischen Wiesen in Gefahr bringen. Dass dabei der Tod eine Rolle spielt, ist so skurril wie witzig inszeniert – und man fühlt sich als Leser:in gefangen zwischen Schmunzeln und echter Spannung. Mathilda selbst ist kein typischer Held, aber genau das macht sie so sympathisch und echt: Eine Frau, die sich mit viel Herz, manchmal aber auch mit viel Starrsinn durch das Chaos der Ereignisse manövriert.
Dora Heldts Erzählstil ist locker und doch feinfühlig, mit einer Portion norddeutscher Gemütlichkeit, die zwar bodenständig, aber nie langweilig wirkt. Die Dialoge sprühen vor Humor, und man merkt sofort, dass hier jemand mit Liebe zum Detail und Spaß an Charakteren schreibt. Manchmal hätte ich mir allerdings ein bisschen mehr Tempo gewünscht – die Erzählung schleicht ab und zu im gemütlichen Dorftakt dahin und lässt das Tempo etwas absacken.
Wer also Lust auf eine Geschichte hat, die mit Herz und Humor zeigt, wie verrückt das Leben auf dem Lande sein kann, dabei aber auch subtile Spannung mitbringt, der ist hier richtig. Ein Buch, das man in die Hand nimmt, weil man sich aufs Wohlfühlen freut und nicht unbedingt, um durch Hochspannung auf Trab gehalten zu werden.
Fazit: Ein charmantes, warmherziges Lesevergnügen mit einer Prise schwarzem Humor – gerade für Fans von skurrilen Familiengeschichten und norddeutschem Lokalkolorit. Klare 4 von 5 Sternen für Mathilda und ihr turbulentes Leben in Dettebüll!