Toteneis: Hannah Jakobs 5
Kritik
Manchmal braucht es einfach diesen ganz bestimmten Krimi, der dich packt und nicht mehr loslässt – „Toteneis: Hannah Jakobs 5“ ist genau so ein Fall. Gleich zu Beginn gibt’s eine vermisste Frau, Valerie Frieth, die auf mysteriöse Weise verschwindet – und dann wird ihr Körper auf einem zugefrorenen See entdeckt. Klingt erstmal klassisch, aber Katharina Peters hebt die Story mit einer überraschenden Verknüpfung und einem Hauch Ostblock-Spionage auf ein ganz anderes Level.
Hannah Jakob, die Ermittlerin, steht wieder im Mittelpunkt und zeigt einmal mehr, wie clever und zugleich nahbar sie ist. Man merkt sofort, dass sie mehr als nur eine nüchterne Ermittlerin ist – ihre Mischung aus Hartnäckigkeit und Menschlichkeit macht sie zum Herzstück der Geschichte. Peters‘ Schreibstil liest sich locker-flüssig, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Die Dialoge sind natürlich, die Szenen lebendig, und trotz des ernsten Themas bleibt die Erzählung gut zugänglich.
Besonders gut gefallen hat mir, wie die Autorin mit Andeutungen und kleinen Details arbeitet, ohne alles vorwegzunehmen. Hier bekommt man keine billige Thrillerschiene, sondern eher die Art von Krimi, bei der man selbst ein bisschen miträtselt. Klar, ab und an hätte ich mir einen Tick mehr Tempo gewünscht – an manchen Stellen zieht sich die Handlung leicht. Aber insgesamt ist diese Tiefe kein Makel, sondern eher ein Plus, wenn man Lust auf einen klugen, gut durchdachten Fall hat.
Fazit: Wer auf spannende, aber nicht überladene Krimis steht und Charaktere schätzt, bei denen man gern mitfiebert, ist hier genau richtig. „Toteneis“ bringt genau die richtige Portion Nervenkitzel und Emotionen zusammen, ohne sich zu verheddern. Für mich ein solides 4 von 5 Sternen. Ein Muss für alle Fans von authentischer Ermittlungsarbeit mit Tiefgang!
Klappentext
Hannah Jakob übernimmt einen Fall, der eigentlich keiner ist. Valerie Frieth wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Doch da auch ihre geliebte Katze verschwunden ist, glaubt man, die Frau sei aus eigenem Entschluss gegangen. Dann jedoch wird Valeries Leiche auf dem zugefrorenen Ziestsee gefunden. Sie wurde stranguliert und dann versenkt.
Hannah erkennt, dass sie Valerie schon einmal begegnet ist. Da war sie die Exfrau eines hohen Polizeibeamten, von dem sich herausstellte, dass er früher beim rumänischen Geheimdienst war. Dieser Exmann sitzt im Gefängnis, aber könnte er den Mord in Auftrag gegeben haben, weil Valerie zu viele Dinge über ihn wusste?