Ziemlich beste Verbrecher - Mistelzweig und Bartók ermitteln, Fall 1 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal sind es genau diese ungewöhnlichen Duos, die einem das Herz stehlen – Alois Mistelzweig und Berta Bartók sind definitiv so ein Paar, das man ins Herz schließen muss. Zwei eigensinnige Charaktere am Rande der Legalität, die sich eigentlich nicht ausstehen können, aber gemeinsam in der Zürcher Villa ihrer verstorbenen Auftraggeberin ein Leben führen, das mehr Kriminalkomödie als Alltag ist. Als sie sich auf die Suche nach einer vermissten Freundin machen, entwickelt sich das Ganze zu einem charmant verschrobenen Krimi voller überraschender Wendungen.
Die Handlung bringt einen von Beginn an zum Schmunzeln, nicht zuletzt dank Sunil Manns federleichtem Sprachstil, der pointierte Dialoge mit einer ordentlichen Portion Humor würzt. Mistelzweig, der gescheiterte Pianist, und Bartók, die pensionierte Köchin mit einer Vergangenheit, die man lieber nicht zu genau beleuchten will, sind so authentisch skurril, dass man ihnen auf Schritt und Tritt gerne folgt. Besonders schön ist, wie der Autor das Thema des Älterwerdens mit Nachdruck, aber ohne jegliche Sentimentalitätskeule angeht – da steckt viel Leben darin, ohne dass es je schwer oder belehrend wirkt.
Was mir richtig gut gefallen hat, ist die gelungene Mischung aus Spannung und Leichtigkeit. Dieser Krimi ist kein düsterer Thriller, sondern eine witzige, fast gemütliche Reise durch die Abgründe ganz normaler, etwas eigenwilliger Menschen. Klar, manchmal verliert sich die Erzählung ein bisschen in Details, und stellenweise hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht – aber das stört kaum, weil die Charaktere die Geschichte definitiv tragen.
Wer auf skurrile, charmante und humorvolle Kriminalgeschichten mit Tiefgang steht und gern mal einen ungewöhnlichen Blick auf das Altwerden werfen möchte, sollte hier unbedingt reinschnuppern. „Ziemlich beste Verbrecher“ ist genau die richtige Mischung aus Herz, Witz und Spannung für gemütliche Lesestunden mit einer Prise Nervenkitzel.
4 von 5 Sternen – ein sympathischer, kluger Krimi, der Spaß macht und Lust auf mehr von Mistelzweig und Bartók weckt.