Wenn dir das hier gefiel …
Mordsdilemma
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft eine Geschichte genau den Nerv: „Mordsdilemma“ von Marion Stadler hat mich sofort in seinen Bann gezogen, weil hier nicht nur ein Krimi erzählt wird, sondern auch das Leben in einem kleinen Dorf mit all seinen – sagen wir mal – „besonderen“ Charakteren lebendig wird. Mary, die Dorfkommissarin, wird aus dem beschaulichen Alltag gerissen, als eine Babyleiche im nahegelegenen Kanal gefunden wird. Die Ruhe im Altmühltal ist dahin, die Gerüchte sprießen wie Unkraut – und mittendrin stecken Mary und ihr, sagen wir mal, eigenwilliger Partner „Bär“.
Was den Fall besonders spannend macht, ist nicht nur das Verbrechen selbst, sondern die Menschen drumherum: Toni Weidinger, der Ex-Freund, der mit seiner charmanten Arroganz so richtig für Zündstoff sorgt, Ullis schrille Auftritte und der oft sehr eigensinnige Opa sind allesamt nicht nur Beiwerk, sondern geben der Story ordentlich Würze. Die Figuren sind wunderbar vielschichtig, sympathisch und kratzen noch an manchen Ecken, was den Text lebendig und nahbar macht. Das Tempo ist angenehm, trotzdem gibt’s genug Zeit für kleine Anekdoten und zwischenmenschliche Verwicklungen, die einem schon mal schmunzeln lassen oder ein „Ach du meine Güte“ entlocken.
Marion Stadlers Schreibstil ist locker und flüssig – keine übertriebenen Schnörkel, sondern klare, prägnante Sprache, die Lust aufs Weiterlesen macht. Man spürt, wie viel Liebe ins Detail gesteckt wurde, gerade wenn es um das Dorfleben und den fränkischen Dialekt geht. Einziger kleiner Wermutstropfen: Zwischendurch hätte die Story gern eine Spur mehr Tempo vertragen können, mir erschien manches Dialoggeplänkel etwas zu langgezogen. Aber hey, dafür gewinnt man so auch einen besseren Blick auf die Figuren.
Wer also Lust auf einen Krimi hat, der mehr ist als nur ein Rätsel zum Lösen, sondern auch Familienkonflikte, alte Wunden und bissigen Humor parat hält, der ist hier genau richtig. „Mordsdilemma“ ist perfekt für alle, die gemütliche Spannung mit einem Augenzwinkern und herzlichen Charakteren mögen – ganz ohne Hochglanzmetropole, dafür mit viel Bodenhaftung.
Am Ende bin ich total bei 4 von 5 Sternen – ein starker Auftakt, bei dem ich schon jetzt neugierig auf Marys weiter Abenteuer bin. Für alle Fans von regionalen Krimis mit Herz und Ecken: unbedingt reinschauen!
Klappentext
Aber das ist noch nicht alles: Zur Unterstützung bekommt Mary einen Kriminalhauptkommissar aus Landshut vor die Nase gesetzt, den sie nur allzu gut aus vergangenen Zeiten kennt: Es ist kein geringerer als Toni Weidinger, ihr Ex-Freund. Diensteifrig, eine Spur arrogant, zugleich aber charmant und gutaussehend bringt er Marys Gefühlswelt und unkonventionelle Ermittlungsmethoden gehörig durcheinander. Außerdem taucht auch noch ihre exzentrische und ungeliebte Schwester Ulli, von Beruf Mode-Scout und eine blonde Schönheit, bei ihr auf. Und ganz zum Schluss macht der schrullige und bei Mary lebende Opa, der eigentlich der Vater ihres verstorbenen ersten Gatten Martin ist, das Chaos mit seinen Aktionen perfekt. Jetzt ist sich Mary sicher: Sie steckt tief im Mordsdilemma.
Der Auftakt der Dorfkommissarin-Mary-Reihe ist ein in sich geschlossener Fall. Der Krimi ist eine Neuauflage und erschien ursprünglich unter dem Titel „Bayernhymne“.