Ich bau mir 'ne Welt, die Männern nicht gefällt - Eine Frau. Eine Baustelle. Ein brennendes Patriarchat (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Wenn dir der Gedanke gefällt, wie Mut und Tatkraft auf alte Strukturen knallen, dann ist Cindy-Adriana Speich genau deine neue Heldin – oder besser: Heldin und Baustellenqueen zugleich. In „Ich bau mir 'ne Welt, die Männern nicht gefällt“ nimmt sie sich ihr marodes Traumhaus vor und legt damit nicht nur alte Dielen frei, sondern auch jede Menge patriarchale Macken, die Männer sichtbar aus der Fassung bringen. Was hier passiert, ist kein trockenes Enzyklopädie-Werk zum Feminismus, sondern eine lebendige, authentische Geschichte aus dem echten Leben – mit bohrenden Schrauben, staubigen Händen und einem Handy, das zwischen Red-Bull-Dose und Chaos eingeklemmt zum Tonstudio mutiert.
Cindy selbst ist dabei wie deine beste Freundin, die dir lachend berichtet, wie sie mit coolen Sprüchen und einem trockenen Humor den männlichen „Fassadenbruch“ einfach wegputzt. Ihr Schreibstil klingt direkt aus der Baustelle ins Ohr und macht richtig Lust, ihr beim Aufbauen zuzusehen – oder mindestens beim nächsten DIY-Projekt mutiger zuzupacken. Die ungekürzte Lesung verstärkt diesen Effekt, weil Cindy so viel Persönlichkeit reinbringt, dass man das Gefühl hat, selbst am Sekt-gegen-Hass-Feuerchen mitzuknistern.
Klar, wer jetzt eine investigative Recherche oder knallharte politische Abhandlung erwartet, wird enttäuscht. Die Story lebt vom persönlichen Ton und ist an manchen Stellen vielleicht etwas zu locker-flockig für Fans tiefgründiger Analyse. Und ja, gelegentlich wiederholen sich manche Punkte, was nach stundenlangem Hörgenuss ein bisschen zäher wird – aber hey, Baustelle eben, mit Ecken und Kanten, die dazugehören.
Für alle, die Lust auf ehrliche, ungeschönte Einblicke in den Alltag einer starken Frau haben, die nebenbei das Patriarchat ordentlich zum Brennen bringt, ist dieses Hörbuch ein Volltreffer. Hier geht’s nicht nur um Holz und Schrauben, sondern um’s nackte „Machen“ mit Mut. Ein erfrischender Tritt gegen die verstaubten Strukturen und die oft unsichtbare, aber laute Gegenwehr, die entsteht, wenn Frauen sich Raum zurückerobern.
4 von 5 Sternen – ein hörenswertes, provozierendes und humorvolles Plädoyer für mehr Eigeninitiative und Respekt, das Spaß macht und zum Nachdenken anregt. Wer Lust auf ein Hörbuch hat, das mit Persönlichkeit und klare Kante punktet, sollte hier unbedingt reinschauen – Werkzeug nicht vergessen!
Klappentext
Kurz nach dem Kauf ihres sanierungsbedürftigen Hauses klemmt Cindy ihr komplett verdrecktes Handy zwischen Red-Bull-Dose und Baustellenchaos, drückt auf "Aufnehmen" und fängt an zu reden. Heute schauen ihr dabei über eine Million Menschen zu.
Womit sie damals nicht gerechnet hat? Kaum greift eine Frau selbst zur Bohrmaschine, scheinen erstaunlich viele Männer Schnappatmung zu bekommen. Seitdem prasseln täglich herablassende Kritik, Hass und eine ganz besondere Sorte Männlichkeit, die sich akut bedroht fühlt, auf Cindy ein. Mit trockenem Humor und klarer Kante erzählt Cindy, wie Frauen klein gemacht werden, sobald sie sich Raum nehmen: auf der Baustelle, am Familientisch, im ganz normalen Mutter-Alltag. Und warum "einfach machen" manchmal das Radikalste ist, was du tun kannst.
Für das Hörbuch hat Cindy die Bohrmaschine ein paar Tage ruhen lassen, um ihre Geschichte selbst vor dem Mikro zu erzählen.