Look But Don't Touch (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen mit überraschend viel Herz erwischt – „Look But Don’t Touch“ von Olivia Hayle ist genau so ein Fall. Die Geschichte nimmt dich mitten hinein in ein spannendes Hin-und-Her zwischen Grant Wood, dem grimmigen CEO, und Ada Hathaway, der praktischen Draufgängerin mit einem Umfeld, das ihr das Leben nicht gerade leicht macht.
Im Kern dreht sich alles um diese eine goldene Regel: „Verliebe dich nicht in die Praktikantin.“ Klingt simpel, aber genau dieser verbotene Funken bringt ordentlich Feuer ins Spiel. Grant ist der stereotype harte Geschäftsmann, der glaubt, Ada als verwöhnte Privilegierte schnell durchschauen zu können. Doch sie überrascht ihn auf allen Ebenen – mit Humor, Schlagfertigkeit und einem Charme, der sich langsam, aber sicher durch seine kühle Fassade bohrt.
Olivia Hayle gelingt es, ihre Figuren so lebendig zu zeichnen, dass man fast das Gefühl hat, ihnen im Büro oder der Firma direkt über die Schulter zu schauen. Der Schreibstil ist locker, modern und dabei nie flach oder zu klischeehaft, was besonders in einem Genre, das so oft von Vorhersehbarkeit lebt, wirklich erfrischend ist. Die Dialoge knistern, die momentanen Zweifel und Unsicherheiten werden authentisch eingefangen. Man fiebert mit, lacht mit, und manchmal auch „Oh Mann, nein!“ – ganz so, wie es sein soll.
Ein kleiner Wermutstropfen: An manchen Stellen hätten die Charakterentwicklungen noch ein bisschen mehr Raum vertragen, und das Tempo könnte gegen Ende ruhig etwas gleichmäßiger sein. Aber das schmälert den Gesamteindruck nur minimal.
Für alle, die Lust auf eine romantische Geschichte mit einem Hauch vom klassischen „Gegensätze ziehen sich an“ haben, aber dabei keine seichte Liebesschnulze erwarten, ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung wert. Perfekt für gemütliche Lesestunden, die unterhalten, ohne dabei zu überfordern.
Insgesamt gibt’s von mir 4 von 5 Sternen – charmant, mit Tiefgang und genau das richtige Maß an Emotion. Wer’s liest, weiß, wie ein „No-Go“ trotzdem zum „Vielleicht doch“ wird.