Wenn dir das hier gefiel …
Madame Mort und der tote Onkel
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich „Madame Mort und der tote Onkel“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin in einem Dorf, das auf den ersten Blick beschaulich wirkt – aber wie so oft, lauert das Chaos direkt hinter der nächsten Hecke. Dr. Berthe Saunier, unsere resolute Rechtsmedizinerin, wollte eigentlich ein ruhiges Wochenende im Garten verbringen, doch das Schicksal hat andere Pläne: Ein Geburtshaus-Einsatz und eine mysteriöse Leiche, die ausgerechnet beim Bestatter verschwindet, zwingen sie, alle Sinne anzuspannen. Und genau diese Mischung aus alltäglichem Dorftrubel und skurrilem Kriminalfall macht das Buch zu einem echten Lesespaß.
Berthe ist keine überzeichnete Heldin mit Superkräften, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten, die einem schnell ans Herz wächst. Ihre berufliche Kompetenz trifft hier auf sympathische Bodenständigkeit – das macht sie zum perfekten Gegenpol zum fast schon absurden Fall um den gestohlenen Onkel. Lagranges Schreibstil ist dabei erfrischend leicht und direkt, die Dialoge sprühen vor Witz, ohne ins Alberne abzudriften. Man spürt förmlich die Atmosphäre eines kleinen französischen Dorfes und die unterschwellige Spannung schleicht sich ganz elegant ins Geschehen.
Klar, an manchen Stellen hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, vor allem zum Ende hin zieht sich das Ganze ein wenig – aber das schmälert den Spaß kaum. Auch der Verschleierungsgrad des Falls ist eher zahm, wer tiefgründige Ermittlungen und gnadenlose Thrillerelemente erwartet, könnte hier ein wenig unterfordert sein.
Wenn du Lust auf einen charmanten Krimi mit einer ungewöhnlichen Protagonistin hast, der mehr Herz als Blutvergießen bietet, bist du hier genau richtig. Lagrange zeigt, dass Spannung und Humor wunderbar Hand in Hand gehen können – und das ganz ohne Schnörkel.
4 von 5 Sternen – ein kurzweiliger und sympathischer Krimi, der perfekt in einen entspannten Lesesommer passt.
Klappentext
Eigentlich hatte sich Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier auf ein ruhiges Wochenende in ihrem gemütlichen Zuhause gefreut – fernab des trubeligen Nîmes, wo sie sonst mit den Fällen von Albin Leclerc zu tun hat. In ihrem beschaulichen Wohnort St. Pierre wollte sie ihren Bauerngarten pflegen und entspannen. Doch daraus wird nichts, denn bei einer Dorfbewohnerin setzen die Wehen ein, und Berthe wird ungeplant zur Geburtshelferin. Dabei erfährt sie, dass der Onkel ihres liebsten Gemüsehändlers verschwunden ist. Genauer gesagt: Seine Leiche wurde beim Bestatter gestohlen. Die Pathologin wird stutzig. Wer klaut denn eine Leiche? Hals über Kopf stolpert Berthe in einen haarsträubenden Fall …