The Walking Dead, Folge 01
Kritik
Kaum aufgeschlagen, zieht einen „The Walking Dead, Folge 01“ mitten hinein in eine kalte, zerfallene Welt, in der Sicherheit und Normalität endgültig verloren scheinen. Robert Kirkman schafft es mit der ersten Folge dieser Reihe sofort, dieses beklemmende Gefühl von Verlorenheit und Angst greifbar zu machen – man spürt förmlich die Verzweiflung, die sich in den Wänden eines einst vertrauten Krankenhauses breitmacht.
Die Geschichte dreht sich um Rick Grimes, einen Polizisten, der aus dem Koma erwacht, nur um festzustellen, dass er nicht mehr in der Welt lebt, die er kannte. Stattdessen jagt eine Horde blutrünstiger Zombies durch die Straßen, während Rick sich auf die Suche nach seiner Familie begibt. Das ist der Kern, mehr verrate ich nicht, doch allein die Grundspannung ist so dicht, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Rick als Figur ist komplex: kein glattpolierter Held, sondern jemand, der zwischen Mut, Verzweiflung und Hoffnung schwankt – das macht ihn in dieser chaotischen Welt glaubwürdig und nahbar. Kirkmans Erzählstil ist klar und direkt, mit einer guten Portion Tempo, die den Leser an die Seiten fesselt, und einigen Momenten, in denen man einfach erstarren möchte – so intensiv ist die Atmosphäre.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus zwischenmenschlichen Konflikten und dem brachialen Überlebenskampf. Es geht nicht nur um Zombies, sondern auch um das, was aus Menschen wird, wenn die Gesellschaft zusammenbricht. Allerdings muss ich ehrlich sagen: Die Zeichnungen wirken gerade zu Beginn etwas rau, was nicht jedermanns Sache sein wird – mir persönlich hat das aber noch mehr von dieser düsteren Stimmung eingefangen.
Für Fans von spannenden Endzeitgeschichten mit starken Charakteren ist diese erste Folge ein absoluter Volltreffer. Wer Zombies nur als billige Schockelemente kennt, wird hier positiv überrascht sein, denn Kirkman legt den Fokus auf das Zwischenmenschliche und den Überlebenswillen.
Fazit: „The Walking Dead, Folge 01“ ist rau, intensiv und nimmt einen mit auf eine Reise, von der man nicht weiß, wie sie enden wird – genau das macht es so faszinierend. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und empfehle dieses Buch jedem, der Lust auf eine düstere, packende Apokalypse hat, die mehr als nur Monster bietet.