Küsse unter Plastikpalmen
Kritik
Manchmal reicht schon der erste Satz, um einen direkt in den Bann zu ziehen – so ging es mir mit „Küsse unter Plastikpalmen“. Diese Geschichte schmeckt nach Sonne, Meer und den bittersüßen Momenten, wenn die Vergangenheit unerwartet anklopft. Porscha kommt mit guten Absichten zurück nach Spanien, doch statt eines entspannten Wiedersehens mit der Familie stolpert sie direkt in ein Geflecht aus alten Wunden und neuen Gefühlen.
M.L. Busch schafft es, eine prickelnde Second Chance-Romanze zu erzählen, die wunderbar leicht daherkommt, dabei aber genügend Tiefgang besitzt, um nicht nur oberflächliches Urlaubsflair zu versprühen. Die Figuren sind keineswegs Klischees – Porscha ist authentisch verletzlich, dabei aber stark und ehrlich, und Rom, ihr ehemaliger Jugendfreund, überzeugt durch eine rauere Schale, hinter der viel mehr schimmert, als er zunächst zeigt. Der Schreibstil ist locker-leicht, mit einer Portion Humor und einem sehr genauen Blick für die kleinen Momente, die in der Liebe den Unterschied machen. Man fühlt mit, lacht mit, und ja, der ein oder andere Seufzer blieb bei mir nicht aus.
Klar, ein paar Situationen ziehen sich etwas in die Länge, und manchmal hätte es ein bisschen weniger Drama sein dürfen, aber genau das macht ja auch den Reiz aus – Liebe ist eben kein Spaziergang. Wer Romantisches mit einer Prise Herzschmerz sucht, aber ohne Kitsch, der ist hier richtig aufgehoben.
Für alle, die Sommer, zweite Chancen und gute Gefühle mögen, ist „Küsse unter Plastikpalmen“ die perfekte Lektüre für den nächsten Urlaub oder einfach einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon. Eine Runde Herzklopfen inklusive.
4 von 5 Sternen.