Hey guten Morgen, wie geht es dir? - Roman (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Manchmal begegnen uns Geschichten, die auf magische Weise leichtfüßig und doch tiefgründig sind – genau wie „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ von Martina Hefter. Dieses Hörbuch nimmt dich mit in Junos Welt, die voller Gegensätze lebt: Tagsüber kümmert sie sich hingebungsvoll um ihren schwerkranken Mann Jupiter, nachts taucht sie in eine ganz andere Realität ein, indem sie mit Love-Scammern chattet. Klingt skurril? Absolut! Und doch ist daraus eine berührende Erzählung über Sehnsüchte, Liebe und das Bedürfnis nach Freiheit entstanden.
Juno ist eine facettenreiche Figur, die man sofort ins Herz schließt. Ihre Theaterleidenschaft und ihr Kampf mit der Realität vermischen sich auf eine so authentische Weise, dass man sich selbst in ihren inneren Konflikten wiederfindet. Der flüssige und lebendige Erzählstil von Martina Hefter macht das Zuhören zu einem wahren Genuss – rein gar nicht schwerfällig, sondern voller Humor und Wärme. Besonders spannend fand ich, wie Juno und die Männer aus dem Netz nicht einfach Opfer und Täter sind, sondern auf beiden Seiten Namen und Geschichten stehen. Die Dynamik mit Benu bringt dabei ganz wunderbar eine neue Dimension ins Spiel.
Natürlich gibt es ein kleines Manko: Die Handlung wirkt stellenweise etwas sprunghaft, fast so, als würde man zwischen verschiedenen Welten hin- und herspringen, was manchmal die Konzentration herausfordert. Aber gerade das spiegelt auch perfekt Junos zerrissene Gefühlswelt wider. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem besonderen Hörbuch belohnt, das bei aller Leichtigkeit auch mal zum Nachdenken anregt.
Fazit: Ein ungewöhnliches, emotionales Werk, das mit verblüffender Leichtigkeit den Alltag einer Frau schildert, die zwischen Fürsorge und Flucht hin- und hergerissen ist. Perfekt für alle, die Lust auf eine Geschichte haben, die anders ist als der Mainstream, aber trotzdem nah und ehrlich bleibt.
4 von 5 Sternen – locker, klug und zum Anfassen gemacht!
Klappentext
Hey guten Morgen, wie geht es dirist ein tiefgehendes Hörbuch, aber so leichtfüßig wie eine Komödie.
Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter dabei, seinen Alltag zu meistern. Außerdem ist sie Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, chattet sie mit Love-Scammern im Internet.
Martina Hefter hat einen berührenden Roman über Bedürfnisse und Sehnsüchte im Leben geschrieben. Und darüber, wie weit man bereit ist, für die Liebe zu gehen.
Juno schreibt online mit Männern, die Frauen online ihre Liebe gestehen und so versuchen, sie um ihr Geld zu bringen. Doch statt darauf hereinzufallen, werden genau diese Männer zu einer Form von Freiheit für Juno. In den Gesprächen kann sie sein, wer sie will und sagen, was sie will - und das vermeintlich ohne Konsequenzen. Ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Leben, in dem sie immer unterwegs, immer besorgt um Jupiter, immer beschäftigt und eingebunden ist. Also flüchtet Juno ab und zu vor ihrem Alltag ins Internet und spielt dort Spielchen mit Männern, die sie anlügen. Sie selbst wird zur Lügnerin. Aber ist es nicht so, dass man sich beim Lügen zuallererst selbst belügt? Eines Tages trifft Juno auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Und trotz der Entfernung zwischen ihnen entsteht eine Verbindung.