Der kleine Inselladen
Kritik
Man merkt sofort: Hier weht eine frische Brise Seeluft direkt durch die Seiten. Fenna Janssens „Der kleine Inselladen“ nimmt einen gekonnt mit auf die Insel Spiekeroog, wo Jette – frisch zurück aus dem Großstadttrubel – versucht, das Herzstück ihrer Kindheit zu retten: den alten Tante-Emma-Laden ihrer Oma Tilde. Klingt erstmal nach Familiengeschichte mit Nordsee-Flair, aber dahinter steckt viel mehr: Erinnerungen, ein bisschen Herzklopfen, und ja, auch eine Prise Romantik, wenn Benno wieder auftaucht – der Typ, den Jette lange nicht erwartet hätte.
Jette als Protagonistin ist dabei kein kitschiges Klischee, sondern richtig sympathisch und lebendig. Man spürt förmlich, wie sehr ihr die Insel am Herzen liegt, und das macht jede Seite besonders. Fenna Janssens Schreibstil ist locker, mit einem charmanten Augenzwinkern, der die Geschichte angenehm leichtfüßig macht – perfekt für einen entspannten Tag am Strand oder auf dem Sofa. Die kleinen Details rund um das Inselleben und den Tante-Emma-Laden fühlen sich authentisch und liebevoll recherchiert an, was das Gesamtpaket sehr rund macht.
Natürlich gibt es auch kleine Schwächen: Der Plot folgt stellenweise vertrauten Mustern, bei denen man schon ahnt, was als Nächstes kommt – das bisschen Vorhersehbarkeit stört den Genuss aber kaum, weil die Charaktere und die gemütliche Atmosphäre das locker aufwiegen. Wer also auf tiefschürfende Dramen hofft, wird hier nicht fündig, aber das will das Buch auch gar nicht sein.
Kurz gesagt, „Der kleine Inselladen“ ist genau das richtige Buch, wenn ihr Lust auf eine Wohlfühlgeschichte habt, die mit viel Herz, Humor und einer Prise Nordseeklima punktet. Für alle, die sich beim Lesen gern vom Alltag erholen und mit Jette eine kleine Auszeit auf Spiekeroog verbringen wollen.
4 von 5 Sternen – ein charmantes Wohlfühlbuch mit Köpfchen und Herz, das man gerade im Sommer nicht aus der Hand legen will.