Wolkenberührpunkt (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Manchmal braucht es nur einen unerwarteten Zufall – wie das Treffen an einer Buchhandlung – um zwei ganz verschiedene Leben in eine Geschichte zu weben, die tief unter die Haut geht. „Wolkenberührpunkt“ von Christoph Krämer ist genau so ein Hörbuch: Eine sensible Reise zwischen zwei Männern, die auf den ersten Blick nichts verbindet, doch deren Schicksale sich auf überraschende Weise berühren.
Im Zentrum stehen Roman und Christoph, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Chris nach dem Ende seiner Fußballkarriere versucht, mit dem Schreiben das innere Vakuum zu füllen, kämpft Roman mit den Narben eines Schicksalsschlags und seiner Suche nach Halt – verkörpert durch den geheimnisvollen Telefonmast, der Wünsche erfüllen soll. Diese leise, fast zarte Erzählung lebt von den Stillständen zwischen Worten, von den Gefühlen, die man nicht direkt ausspricht, aber spürt. Der Schreibstil von Krämer ist dabei genau richtig: klar, unaufdringlich und dennoch voller Tiefe. Keine großen Gesten, sondern kleine Details, die hängen bleiben.
Besonders berührend fand ich, wie das Hörbuch diese Gegensätze nicht nur nebeneinanderstellt, sondern ihre Verbindung ganz organisch wachsen lässt. Man fühlt mit, fiebert leise mit und fragt sich, was das Glück eigentlich wirklich bedeutet. Einzig der etwas gemächliche Erzählrhythmus könnte für manche Hörerinnen und Hörer stellenweise ein wenig zu ruhig sein – wer es gerne flott und actiongeladen mag, sollte hier vielleicht vorsichtig sein.
Unterm Strich ist „Wolkenberührpunkt“ ein wahrhaft warmherziges Hörbuch, das vor allem für Fans von feinsinnigen, emotionalen Geschichten gemacht ist, die leise wirken, aber nachhallen. Wer sich auf diese Geduld einlässt, bekommt eine schöne Erinnerung daran, dass das Glück oft ganz nah ist – manchmal sogar am Telefonmast, der die Wolken zu berühren scheint.
4 von 5 Sternen. Ein melancholisches Hörstück, das man sich gut gönnen kann, wenn man bereit ist, zwischen den Zeilen zu hören.
Klappentext
Wolkenberührpunkt ist ein Hörbuch über zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Männer und die eine Frage: Findet das Glück uns erst dann, wenn wir aufhören, jemand sein zu wollen? Christoph Kramers zweites Hörbuch ist ein sensibles Porträt über das, was nur zwischen den Zeilen steht - was unser Leben aber wirklich ausmacht.
Herbst 2024: Christoph Kramers Ära bei Borussia Mönchengladbach endet. Um der drohenden Leere zu entkommen, schreibt er sein erstes BuchDas Leben fing im Sommer an. Nach Erscheinen trifft Chris in einer Buchhandlung Roman, einen jungen Mann, der sein Buch mit abgezählten Münzen zahlt und dessen Schicksal ihn nicht mehr loslässt.
Es ist die Geschichte eines Schocks in der Silvesternacht 2000, der Romans Welt für immer zerreißt. Es ist die Suche nach dem geheimnisvollen "J" und die Flucht auf denWolkenberührpunkt - jenen alten Mast, auf dem er mit seinem besten Freund Steve dem Himmel nah ist, um Wünsche in die Welt zu schreien.
Eine Geschichte über die leise Sehnsucht nach Mira und über zwei Leben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: hier der Weltmeister, dort der Junge, der nie ein Zuhause besaß.Melancholisch, ehrlich und zutiefst bewegend.