Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 1: Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache
Kritik
Manchmal fühlt sich die deutsche Sprache an wie ein vertrackter Irrgarten, in dem man ständig gegen die nächste Stolperfalle rennt – genau dort setzt Bastian Sick mit „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 1“ an. Schon beim ersten Blättern hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand augenzwinkernd die Geheimnisse unserer Grammatik flüstern – ohne den üblichen belehrenden Zeigefinger. Seine Texte sind keine trockene Ansammlung von Regeln, sondern lebendige Erzählungen über die kleinen und großen Missgeschicke, die uns immer wieder sprachlich entgleiten.
Das Buch funktioniert weniger wie ein klassischer Leitfaden, sondern vielmehr wie ein unterhaltsamer Spaziergang durch die sprachlichen Hürden, bei dem man zwischendurch herzlich lachen darf. Sick nimmt sich selbst nicht allzu ernst, und das merkt man: Seine Kolumnen haben genau die richtige Mischung aus Wissensvermittlung und Humor. Das Alter Ego Rudolf Kowalski fügt der Sache eine charmante szenische Ebene hinzu, die das Ganze auch auditiv zu einem Genuss macht.
Neben aller Leichtigkeit lernt man eine Menge: Warum man den Genitiv nicht gleich aufgeben sollte, welche Stolperfallen in Apostrophs lauern und wieso „Bratskartoffeln und Spiegelsei“ mehr sind als nur lustige Wortgebilde. Mein persönliches Highlight war, wie Sick mit der Liebe zum Detail auch sprachliche Fauxpas entmystifiziert – ohne dabei zu pedantisch zu wirken.
Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann ist es vielleicht, dass manche Passagen für absolute Sprachpuristen etwas zu locker und mit einem Augenzwinkern geschrieben sind. Wer also eine strikt wissenschaftliche Herangehensweise sucht, könnte sich hier manchmal ein bisschen mehr Tiefgang wünschen. Aber für alle, die genauso gern mit Sprache spielen wie ich, ist das genau das Richtige.
Am Ende steht fest: Dieses Buch macht Spaß, bildet weiter und nimmt die deutsche Sprache ein bisschen aus dem Elfenbeinturm herunter. Eine echte Empfehlung für alle, die sich ohne staubtrockenen Unterricht einfach mal amüsieren und gleichzeitig ihre sprachlichen Fauxpas besser verstehen wollen.
4 von 5 Sternen – ein charmantes, kluges und humorvolles Sprachbuch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.
Klappentext
Ein Buch über die deutsche Sprache - muß das kein Besserwisserbuch sein? Weit gefehlt: Bastian Sick empfiehlt augenzwinkernd unsere sprachlichen Ungenauigkeiten, wenn er über "Deutschland, deine Apostroph's", um "Stop making sense!" und "Bratskartoffeln und Spiegelsei" herfällt. Es ist ein Spaß, sich jetzt auch akustisch von Bastian Sick und seinem Alter ego, dem Schauspieler Rudolf Kowalski, durchs Todestal des Genitivs und an sprachlichen Fallgruben vorbeiführen zu lassen.
Ein Grammatik- und Rechtschreibbuch, das es aus den Zwiebelfischkolumnen von SPIEGEL Online zum Überraschungsbestseller bringt.