Baldur's Gate 3: Astarion (Unabridged)
Kritik
Schon bei den ersten Tönen von Neil Newbons Stimme fühlte ich mich sofort zurück in die düstere, packende Welt von Baldur’s Gate gezogen – und das ganz ohne Controller in der Hand. „Baldur's Gate 3: Astarion (Unabridged)“ ist kein bloßes Hörbuch, sondern ein echtes Erlebnis, das den charmant-widerständigen Vampir Astarion in den Mittelpunkt rückt. Dieser Story zufolge hatte unser Antiheld ein ganz anderes Leben geplant – als Magistrat, gesetzestreu und ehrenhaft – doch nun ist er eine Marionette seines grausamen Vampirherrschers Cazador Szarr, gezwungen, sein Dasein zwischen Verzweiflung und Hoffnung zu fristen.
Wer sich durch düstere Fantasy mit einem Schuss bitterbösem Humor und komplexen Figuren begeistern lässt, wird hier definitiv nicht enttäuscht. Astarion ist eine herrlich widersprüchliche Figur: charmant, verschlagen, verletzlich und gleichzeitig voller dunkler Geheimnisse. Die chemie zwischen ihm und dem strahlend-prinzlichen Aasimar Paladin Hahn sorgt für so manchen funkelnden Moment voller Spannung und überraschender Tiefe. Kingfisher gelingt es, diesen inneren Zwiespalt und die fragile Balance zwischen Verrat und Vertrauen gelungen zu transportieren – alles verpackt in einen Sprachstil, der lebendig und flüssig bleibt, ohne sich in endlosen Beschreibungen zu verlieren.
Ein Highlight ist natürlich Neil Newbons großartige Performance, die dem Charakter nicht nur Leben einhaucht, sondern ihn regelrecht greifbar macht. Seine stimmliche Interpretation verleiht dem Hörbuch eine zusätzliche Dimension, die man nicht unterschätzen sollte. Einziger Wermutstropfen: Wer mit dem Universum von Baldur’s Gate wenig anfangen kann oder weniger Affinität für komplexe Fantasywelten hat, könnte an mancher Stelle etwas verloren gehen. Außerdem wären gelegentlich noch mehr Hintergrundinfos zur Welt schön gewesen, um Neueinsteigern den Zugang leichter zu machen.
Fazit: Wer auf atmosphärische, tiefgründige Fantasy mit einem kantigen Helden steht, darf hier bedenkenlos zugreifen. Astarion als Antiheld mit menschlicher (und nicht ganz so menschlicher) Seele macht das Hörbuch zu einem cleveren, spannenden Abenteuer – und Neil Newbon ist der perfekte Erzähler für die düstere Geschichte. Eine klare Empfehlung für alle Fantasyfans, die gern mal in die Schattenseite des Heldentums abtauchen.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
You’re too pretty to die.
Astarion Ancunin was supposed to be a magistrate, not a vampire spawn. He was supposed to serve the law, not the vicious vampire lord Cazador Szarr. And he was supposed to drink fine wine, not rat blood. Alas—the city of Baldur’s Gate cares little for what’s supposed to happen.
Though he has been powerless to resist his master’s bidding, haunting the nighttime streets to fetch warm blood, Astarion has never surrendered his hope. One day, this nightmare must end. He just has to find out how.
When the vampire lord announces a twisted competition for his favor, an opportunity presents itself in the form of a rare prize . . . and an unlikely alliance. The blood of a dead god is buried deep beneath Baldur’s Gate, and, to get it, Astarion will need the help of a handsome Aasimar paladin named Hahn den Suriel.
There are just a few problems. Astarion is not supposed to trust his fellow spawn. He’s not supposed to go out into the city for his own ends rather than the vampire lord’s. And he’s certainly not supposed to strike a deal with a stranger whose golden eyes can snare even a blackened, undead heart.
But the city of Baldur’s Gate cares little for what’s supposed to happen.