Der neunte Schritt - Thriller ( John Milton 8 )
Kritik
Schon nach den ersten Kapiteln fühlt man sich wie in einem dunklen Londoner Hinterhof, wo John Milton, dieser gezeichnete Ex-Auftragskiller mit seinem Gewissen ringt und doch nie den Blick für das Gute verliert. In „Der neunte Schritt“ wird Milton mit der tragischen Geschichte von Eddie Fabian konfrontiert – einem Mann, der am Abgrund steht, und dessen Tod mehr als nur ein tragischer Unfall ist. Was danach passiert, lässt die Fassade des Britischen Establishments bröckeln und zieht Milton mitten hinein in ein tödliches Netz aus Verrat und Machtmissbrauch.
Mark Dawson serviert hier wieder eine packende Mischung aus Thriller und Krimi, die vor allem durch die glaubwürdige, vielschichtige Hauptfigur besticht. Milton ist kein Superheld, sondern ein Typ mit Ecken und Kanten, dessen innere Kämpfe genauso faszinieren wie seine gnadenlose Effizienz. Die Geschwindigkeit und Klarheit im Schreibstil sorgen dafür, dass man die 8. Episode der Reihe quasi inhaliert – ohne jemals den Überblick zu verlieren.
Was mir besonders gefallen hat? Der feine Balanceakt zwischen Action und emotionaler Tiefe. Dawson schafft es, den Leser sowohl an den Rand des Stuhls zu bringen als auch das Herz mitzunehmen. Allerdings hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr Überraschung gewünscht – gewisse Wendungen sind dann doch etwas absehbar, wenn man schon mehrere Teile der Serie kennt. Das schmälert den Lesespaß aber nur minimal.
Wer Lust auf einen Thriller hat, der mehr ist als nur hektische Schießereien und düstere Gassen, sondern auch eine Geschichte über Reue, Moral und Vergeltung erzählt, macht mit „Der neunte Schritt“ absolut nichts verkehrt. Für Fans der Reihe sowieso ein Muss – und für alle, die tiefgründige Thriller mit einem starken Helden mögen, eine klare Empfehlung.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen. Ein solider, spannender Thriller, der in Sachen Atmosphäre und Charakterzeichnung deutlich punktet.