Ein Druide und ein Wodka - Guild Codex: Spellbound, Band 6 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Manchmal sind es genau diese Geschichten, die dich mitten ins Herz treffen und dabei auch noch ordentlich Spaß machen – „Ein Druide und ein Wodka“ ist so ein Fall. Die Mischung aus magischer Spannung und lockerer Barkeeper-Atmosphäre wirkt total frisch, fast so, als würdest du mit deiner besten Freundin bei einem Drink tiefgründige Gespräche führen, während hinterm Tresen die Welt auf den Kopf gestellt wird.
Die Handlung bringt dich direkt ins Geschehen: Eine sympathisch chaotische Barkeeperin, die sich selbst nicht als Heilige sieht, jongliert mit ihrem Leben zwischen kleinen Lügen, riskanten Entscheidungen und einem ziemlich düsteren Druiden, dessen Vergangenheit und Pläne alles andere als harmlos sind. Diese Gegensätze machen die Dynamik unglaublich spannend, weil man ständig hin- und hergerissen ist, wem man nun wirklich trauen kann. Dabei bleibt die Frage „Wer ist gut, wer ist böse?“ als roter Faden präsent – ein spannendes Dilemma, das den Charakteren sehr viel Tiefe verleiht.
Annette Maries Schreibstil fühlt sich dabei wunderbar lebendig und direkt an, ohne überladen zu sein. Die Autorin schafft es, eine humorvolle Leichtigkeit mit emotionalen Momenten zu verbinden, die das Tempo hochhalten und trotzdem Raum für Charakterentwicklung lassen. Besonders die Hauptfigur hat mich mit ihrer Mischung aus Selbstironie und innerer Stärke echt begeistert – keine perfekte Heldin, sondern eine, die man gerne begleiten möchte. Und dann ist da noch der dunkle Druide, dessen Geheimnisse und Abgründe die Story richtig drücken und an Spannung gewinnen lassen.
Klar, bei der ein oder anderen Wendung dachte ich kurz „Ach, das war jetzt erwartbar“ – aber das tut dem Gesamtgefühl keinen Abbruch. Ein paar Nebencharaktere hätten gerne noch etwas mehr Schattierung vertragen, damit das Universum noch lebendiger wirkt. Leider vermisst man ab und zu kleine Erklärungen, wenn man nicht alle Bände der Reihe kennt, doch für Fans der Serie ist das natürlich ein Plus.
Wenn ihr Lust auf eine moderne Urban-Fantasy-Geschichte habt, die nicht nur mit Magie, sondern auch mit viel Herz und einem guten Schuss Humor punktet, seid ihr hier richtig. „Ein Druide und ein Wodka“ fühlt sich an, als würde man eine vertraute Welt mit neuen Augen sehen – und nebenbei erfährt man, dass selbst die dunkelsten Charaktere nicht nur schwarz oder weiß sind.
4 von 5 Sternen – weil die Story fesselt, die Figuren leben und die Lesung mit ihrer charmanten Sprecherin perfekt rund gemacht wird. Ein solides, vergnügliches Stück Fantasy, das Fans und Neulinge gleichermaßen begeistern kann.
Klappentext
Doch all das macht mich nicht wirklich böse. Bei einem gewissen dunklen Druiden/gesuchten Kriminellen/widerwilligen Freund sieht das schon anders aus. Er ist ein Schwarzmagier, ein Entführer, ein Mörder. Und er steht kurz davor, sich mit einem Blutbad an seiner Erzfeindin zu rächen - wenn ich ihn nicht aufhalte.
Doch wer ist gut und wer ist böse, und was, wenn ich mich am Ende für die falsche Seite entscheide?