Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Sturmnacht
Kritik
Kaum hatte ich „Sturmnacht“ aufgeschlagen, war ich mitten drin in Chicagos düsterer Unterwelt – vermischt mit einem Schuss Magie, die so richtig knallt. Jim Butcher schafft es hier, den urbanen Großstadtdschungel lebendig werden zu lassen, während Harry Dresden, ein Hexenmeister und Privatdetektiv in Personalunion, sich in einem bizarren Fall wiederfindet: Ein Doppelmord, bei dem die Spuren direkt ins Reich des Übernatürlichen führen. Klingt nach Klischee? Keineswegs. Die Geschichte ist überraschend frisch und hat mich mit unerwarteten Wendungen bei der Stange gehalten.
Harry Dresden ist der Archetyp des zynischen Helden mit Herz, der trotz seiner sarkastischen Sprüche unmittelbar sympathisch wirkt. Er schwimmt zwischen den gefährlichen Welten von Magie und organisierten Verbrechern – und genau dieser Mix verleiht der Story ihre besondere Würze. Die Figuren sind angenehm vielschichtig, speziell Detective Karrin Murphy bringt mit ihrer harten, aber verletzlichen Art eine tolle Dynamik ins Spiel. Butchers Schreibstil ist flott, dramatisch, aber nie überladen; die Dialoge sprühen vor Witz und die Actionsequenzen lassen einem fast die Luft wegbleiben.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal hätte ich mir ein bisschen weniger Tempo gewünscht, gerade bei der Einführung ins magische System. Da schimmert durch, dass „Sturmnacht“ der Auftakt einer längeren Serie ist, was bedeutet, dass einiges an Hintergrundinfos noch nachgereicht wird. Aber hey, wer Urban Fantasy mag, fühlt sich hier bestens aufgehoben.
Fazit: Wer auf düstere, gut erzählte Geschichten mit einem Helden, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, steht, liegt mit „Sturmnacht“ genau richtig. Ein Mix aus Krimi, Magie und einer Prise Mafia, der Spaß macht und Lust auf mehr – meine klare Empfehlung!
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Klappentext
Mein Name ist Harry Blackstone Copperfield Dresden. Nutzen Sie meinen Namen auf eigenes Risiko für Beschwörungen. Erst wenn Ihnen wirklich sonst niemand helfen kann, rufen Sie mich an. Das tat auch Lieutenant Karrin Murphy von der Chicagoer Polizei, als sie vor den Opfern eines bizarren Doppelmords stand. Die Tat war eindeutig durch etwas Übernatürliches verübt worden. Doch was den Fall noch viel gefährlicher machte: Das eine Opfer war der Leibwächter von „Gentleman” Johnny Marcone, dem Kopf des organisierten Verbrechens in der Stadt. Ich wollte auf keinen Fall zwischen die Fronten eines Mafiakrieges geraten. Leider blieb mir keine Wahl, und am Schluss war ich dankbar für jeden Funken Magie, der noch in mir steckte.
Ungekürzte Lesung mit Frederic Böhle
9h 22min