Wenn dir das hier gefiel …
Nordkapleuchten
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es gar nicht mehr als ein winterliches Setting, eine Prise Nordlichtmagie und eine gehörige Portion Herzschmerz, um auf Anhieb in eine Geschichte einzutauchen – genau das liefert „Nordkapleuchten“ von Madita Tietgen. Anna Mogensen hat einen Job, der einen wirklich fordert: als Rettungssanitäterin steckt sie knietief im Chaos, während das Familienhotel und all seine Herausforderungen zusätzlich an ihr zerren. Und dann ist da noch Filip, der Abenteurer aus der Vergangenheit, der nicht nur unverhofft wieder auftaucht, sondern auch gleich mitten in den Alltag und die Gefühle platscht.
Die Handlung verspricht keine Weltneuheit, aber sie funktioniert wunderbar als emotionaler Roadtrip durch winterliche Landschaften und zwischenmenschliche Verstrickungen. Anna ist eine Frau mit Ecken und Kanten, jemand, den man sofort ins Herz schließt – selbst wenn man mit ihrer sturen Art manchmal innerlich den Kopf schüttelt. Filip dagegen bringt das gewisse „Was-wäre-wenn“-Gefühl mit, das Geschichten dieser Art so reizvoll macht. Tietgens Schreibstil sitzt genau zwischen locker und warmherzig, fast so, als würde sie einem beim Kaffee durch den kalten Winterabend erzählen. Die Beschreibungen sind stimmig, ohne zu sehr ins Schwärmen abzudriften. Kurzum: Man fühlt die kühle Luft und sieht das Flackern des Polarlichts förmlich vor sich.
Kritisch anmerken muss ich, dass die Story hier und da mit ein paar Klischees spielt, die ein bisschen vorhersehbar bleiben. Einige Dialoge wirken gelegentlich etwas konstruiert, als hätten sie noch ein Quäntchen Natürlichkeit vertragen. Doch diese kleinen Stolpersteine schmälern den Lesegenuss kaum – gerade weil die Figuren und ihre Konflikte authentisch genug sind, um darüber hinwegzusehen.
Wenn du Lust auf eine Wohlfühlgeschichte mit nordischer Kulisse, emotionaler Tiefe und einer Prise Spannung hast, bist du hier richtig. „Nordkapleuchten“ ist genau der richtige Begleiter für kalte Tage, an denen man sich gern in eine Geschichte flüchtet, die trotz aller Dramatik herzlich und nahbar bleibt.
4 von 5 Sternen – ein schönes Winterabenteuer, das das Herz erwärmt, auch wenn es nicht völlig neu erfindet, was eine romantische Geschichte ausmacht.
Klappentext
Anna Mogensen liebt ihre Arbeit als Rettungssanitäterin. Allerdings schluckt das Familienunternehmen samt Hotel, Restaurant und weiteren touristischen Anlaufstellen auf der Insel Magerøya wahnsinnig viel ihrer wertvollen Zeit. Jetzt, in der winterlichen Hauptsaison, soll sie endlich entlastet werden – ausgerechnet durch Filip. Der Abenteurer und Wanderführer hat Anna einst für die große weite Welt vor dem Altar sitzen gelassen. Jetzt kehrt er zurück in die nordische Heimat und arbeitet gezwungenermaßen eng mit Anna zusammen. Klar, dass bei Ausflügen mit dem Schneescooter und nächtlichem Polarlichtgucken sofort die Fetzen fliegen. Doch in diesem Winter ist die wichtigste Frage: Was ist ein Herz bereit zu verzeihen, wenn es um das eigene Glück geht?