Alles, was ich geben kann – The Last Letter
Kritik
Manchmal reicht schon ein einziger Brief, um das eigene Leben auf den Kopf zu stellen – genau das erlebt Ella in „Alles, was ich geben kann – The Last Letter“. Diese Geschichte hat mich mitten ins Herz getroffen, weil sie so ehrlich und verletzlich erzählt, wie schwer es sein kann, nach Verlust und Schmerz wieder Gefühle zuzulassen.
Die Handlung dreht sich um Ella, die durch eine Reihe von Schicksalsschlägen komplett aus der Bahn geworfen wird. Ihr einziger Halt sind die Briefe von „Chaos“, einem anonymen Soldaten, der nicht nur freundlich, sondern auch tief berührend schreibt. Dass „Chaos“ in Wirklichkeit Beckett ist, der die Schwester seines besten Freundes unterstützt, ohne seine Identität preiszugeben, lässt die Geschichte mit jeder Seite mehr an Spannung und Emotion gewinnen. Es geht um Liebe, Loyalität, Geheimnisse und wie Wunden heilen können – aber das alles ohne Drama, das zu überzogen wirkt.
Ella ist eine Figur, mit der man sich schnell identifizieren kann – zerbrechlich, aber mit einer starken inneren Stimme. Beckett hingegen bleibt charmant und geheimnisvoll, was die Dynamik zwischen den beiden besonders macht. Rebecca Yarros‘ Schreibstil ist locker und flüssig, zugleich schafft sie es, tiefgründige Gefühle ohne Kitsch rüberzubringen. Da fühlt man mit ihr jede Nuance von Zweifel, Hoffnung und Schmerz.
Klar, manchmal hätte das Tempo ruhig ein bisschen knackiger sein dürfen, und die Geschichte verliert sich stellenweise ein wenig in Wiederholungen. Aber das tut dem Lesevergnügen kaum einen Abbruch. Wer auf emotionale Romance mit echtem Tiefgang steht und keine Angst vor ein paar Taschentüchern hat, ist hier genau richtig.
Alles in allem eine rührende, gut erzählte Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt und einmal mehr beweist, wie stark Worte sein können. Meine Empfehlung also für alle, die eine Liebesgeschichte suchen, die nicht nur das Herz wärmt, sondern auch ein bisschen zum Nachdenken anregt.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.