Die Toten vom Titisee - Himmel, Mord und Wolkenbruch, Folge 1 (Schwarzwald-Krimi)
Kritik
Manchmal reicht ein einziger Blick auf den Titisee, um zu merken: Hier ist nichts so idyllisch, wie es scheint. Martin Heimbergers „Die Toten vom Titisee - Himmel, Mord und Wolkenbruch“ wirbelt die sonst so friedliche Schwarzwald-Idylle ordentlich durcheinander – und zwar mit einem toten Taucher im Baum. Klingt kurios? Das ist es auch! Genau das macht den Reiz dieses Krimis aus.
Im Mittelpunkt stehen der forensische Meteorologe Teo Eichhorn, der sich partout nicht mit einer einfachen Erklärung für den mysteriösen Unfall zufrieden geben will, und die tatkräftige Tatortfotografin Sara Gauch, die ihn gleich zum Mitermitteln animiert. Gemeinsam tauchen sie in eine Geschichte ein, die viel mehr zu bieten hat als nur ein Gewitter und einen Unfall. Stattdessen entwirren sie ein Netz aus Lügen, dunklen Geheimnissen und sogar einer zweiten Leiche – Spannung garantiert!
Heimbergers Schreibstil ist erfrischend locker und voller skurrilem Humor, der den Schwarzwald-Krimi angenehm von der Masse abhebt, ohne dabei den nötigen Ernst für das Thema Kriminalität zu verlieren. Die Dialoge sind lebendig, die Figuren liebevoll gezeichnet, allen voran das ungleiche Duo, das durch seine Chemie überzeugt. Besonders Spaß macht die Mischung aus Wissenschaft und Instinkt, die Teo und Sara miteinander verbinden – eine ungewöhnliche Ermittlerkonstellation, die neugierig auf mehr macht.
Klar, an manchen Stellen wirken die Wendungen etwas konstruiert und der Kommissar Hinterwälder ist fast schon eine Karikatur, doch das ist eher charmant als störend. Ab und zu wünscht man sich ein bisschen mehr Tiefe oder überraschendere Plottwists, aber das erste Kapitel der Serie legt eine spannende Basis, die Lust auf die Folgebände macht.
Wer also Lust auf einen Schwarzwald-Krimi mit frischem Wind, einem ungewöhnlichen Ermittlerteam und einer Portion augenzwinkernden Witzes hat, der ist hier genau richtig. Für Fans von gutmütigem Lokalkolorit und spannenden Verstrickungen ein echter Tipp.
Verdiente 4 von 5 Sternen – mit einem Schuss Neugier auf die Fortsetzung und dem Wunsch nach noch ein bisschen mehr Drama und Überraschung.