Der verschwundene Zeuge - Mörderisches Somerset, Folge 6 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Seiten von „Der verschwundene Zeuge“ aufgesogen, war ich mittendrin in einer Welt, in der das scheinbar friedliche Somerset plötzlich richtig ungemütlich wird. Rusty, der junge Straßenmusiker, taucht ab – und sein zurückgelassener Hund Otis spricht Bände. Sofort spürt man: Hier steckt mehr dahinter, als man anfangs denkt. June, Whalley und Pomona ermitteln mit viel Herz und einer Prise Esoterik, was dem Krimi einen unterhaltsamen Twist verpasst.
Die Figuren sind das große Plus: June als junge Frau, die mit ihrem eigenen Laden neuanfängt, wirkt authentisch und sympathisch, Whalley bringt mit seiner zurückhaltenden, aber festen Art Balance ins Trio, und Pomonas Esoterik-Leidenschaft sorgt für ein charmantes, manchmal fast magisches Flair. Auch der scharfsinnige Detective Darcy sorgt für die nötige Spannung in der Ermittlerbande. Dorothea Stillers Schreibstil ist leichtfüßig und lebendig, lädt zum Hineinhören und Miträtseln ein. Ich habe mich von der Atmosphäre der kleinen Stadt und ihren Geheimnissen sofort gefangen nehmen lassen.
Klar, manche Wendungen waren ein bisschen vorhersehbar, und gelegentlich könnte das Tempo ein wenig zulegen, aber das schmälert kaum den Hörspaß. Gerade Fans von gemütlichen Krimis mit bodenständigen Charakteren und ganz viel lokaler Atmosphäre kommen hier voll auf ihre Kosten.
Wer Lust auf einen flüssigen, sympathischen Kriminalfall mit einem Schuss britischem Lokalkolorit hat, ist hier genau richtig. Ein perfektes Hörbuch für entspannte Stunden, bei denen man sich gerne auch mal in eine kleine Gefahr verwickeln lässt.
4 von 5 Sternen – spannend, warmherzig und mit liebevoll gezeichneten Figuren, die man nicht so schnell vergessen wird.