Die Kälte des Zorns: Jan Tommen, Band 13
Kritik
Schon beim ersten Kapitel spürt man die eisige Spannung, die Alexander Hartung mit „Die Kälte des Zorns“ entfacht – und ja, dieser Thriller packt einen direkt am Kragen. Jan Tommen, den man als Hauptkommissar längst ins Herz geschlossen hat, steht vor einem Fall, der alles andere als gewöhnlich ist: Eine Reise-Influencerin wird scheinbar aus dem Nichts ermordet, und kurz darauf folgt ein weiterer Mord, der die Ermittlungen einen internationalen Dreh verpasst. Zwischen Berlin-Treptow und noblen Restaurants pendeln die Spuren, und immer wieder wird Jan und seinem Team das Leben schwer gemacht, weil sie an die Grenzen rechtlicher Befugnisse stoßen.
Hartung schafft es, seine Charaktere lebendig und glaubwürdig zu zeichnen. Jan Tommen ist hier kein unfehlbarer Supercop, sondern ein Ermittler, der kämpft – mit den Fakten, mit dem Druck von außen und nicht zuletzt mit seinen eigenen Zweifeln. Das Team um ihn herum bekommt genug Raum, um facettenreich zu wirken, ohne dass der Fokus verloren geht. Der Schreibstil ist schnörkellos, temporeich und trotzdem mit einer angenehmen Tiefe, die mehr als nur eine einfache Polizeiarbeit abbildet. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen von Berlin geben dem Ganzen eine authentische Note, fast so, als würde man selbst an der Ecke stehen und auf den nächsten Hinweis lauern.
Klar, manches wirkt etwas vorhersehbar und an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir etwas mehr überraschende Wendungen gewünscht. Ein wenig mehr Mut zum Risiko hätte dem Plot sicherlich gut getan – aber hey, die Mischung aus realistischen Ermittlungen und gut gesetzten Cliffhangern funktioniert trotzdem ziemlich gut.
Fazit: Wer Lust auf einen soliden Krimi hat, der nicht nur Hirn, sondern auch Herz fordert, ist bei diesem 13. Band der Jan-Tommen-Reihe genau richtig. Hartung liefert Spannung ohne übertriebenen Thrill, mit Figuren, die man mitfiebern möchte – und einer Story, die den Puls hochhält. Für Fans deutscher Krimis ein klares Must-Read.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Als die Reise-Influencerin Hannah Koor nachts in Berlin-Treptow von einem SUV überfahren wird, sieht es zunächst nach einem Unfall aus. Doch Hauptkommissar Jan Tommen und sein Team entdecken schnell, dass das Fahrzeug gestohlen war und Koor wohl gezielt ermordet wurde. Trotz intensiver Ermittlungen finden sie allerdings keine Spur zum Täter.
Dann wird ein ägyptischer Diplomat in einem Berliner Nobelrestaurant ermordet. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Tod der Influencerin, die häufig für Reisen nach Ägypten geworben hat? Während Jan und die Berliner Kripo damit kämpfen, ihre Befugnisse nicht zu überschreiten, ist es ihr oberstes Ziel, weitere Opfer zu verhindern.