Bullenmord
Kritik
Manchmal braucht ein Krimi genau so eine kuriose Idee, bei der man sofort denkt: „Hui, das wird interessant!“ – und „Bullenmord“ liefert genau das. Ein tote Zuchtbulle – okay, klingt erstmal skurril, aber die Geschichte dahinter zieht dich überraschend schnell in ihren Bann. Katharina, eine leidenschaftliche Startänzerin, und Paul, ein bodenständiger Jungbauer, sind menschlich so unterschiedlich, dass man sofort wissen will, wie diese beiden Welten zusammenpassen. Wenn dann noch ein nervenaufreibender Bandenkrieg ins Spiel kommt, steigert sich die Spannung rasant.
Der Plot ist clever konstruiert, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren, und die Kulisse des Bergischen Lands gibt der Story einen erfrischend authentischen Touch. Die Figuren sind lebensnah und haben für mich beide genug Ecken und Kanten, um ihnen gern zu folgen – vor allem Katharinas Durchsetzungsvermögen und Pauls verborgene Tiefe haben mich positiv überrascht. Der Schreibstil ist locker, angenehm flüssig und verzichtet auf zu viel Tamtam, was das Lesen zum puren Vergnügen macht. Dennoch schafft es das Buch, die düstere und gefährliche Atmosphäre einer Krimihandlung glaubwürdig aufzubauen.
Ein kleiner Minuspunkt: Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Charaktere noch etwas mehr Raum bekommen, um ihre Beweggründe tiefer zu erklären, aber das tut der Handlung keinen größeren Abbruch. Ein paar Wendungen kamen mir etwas vorhersehbar, doch die packende Erzählweise macht das locker wett.
Für alle, die Lust auf einen Krimi mit ungewöhnlichem Dreh, sympathischen Hauptfiguren und einem Hauch ländlicher Authentizität haben, ist „Bullenmord“ genau das Richtige. Ein spannendes Buch, bei dem man gerne drinbleibt, auch wenn man normalerweise kein „Bauern-Krimi“ Fan ist.
4 von 5 Sternen – ein frischer Krimi, der mit ungewöhnlichen Figuren und einem spannenden Plottwist überzeugt.