Mord im Buchclub
Kritik
Kaum hatte ich „Mord im Buchclub“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin in einem spannend-witzigen Abenteuer, das mich mit seinem britischen Charme total eingenommen hat. Die Geschichte rund um ein Krimi-Dinner im alten Herrenhaus Wootton Hall verspricht jede Menge Rätselspaß – und genau das bekommt man auch, mit einer guten Portion unvorhersehbarer Wendungen und einer Prise düsterer Atmosphäre.
June, die neue Cottage-Besitzerin und Buchladen-Erbin, ist eine unglaublich sympathische Protagonistin mit der richtigen Mischung aus Neugier und Bodenständigkeit. An ihrer Seite sorgen die etwas schrullige Pomona mit ihren Tarots und der liebenswerte Antiquar Rufus für unterhaltsame Dynamik und herzliche Momente. Der Schreibstil von Dorothea Stiller ist locker-leicht, fast wie ein Plausch unter Freundinnen, dabei aber immer am Punkt und mit einem feinen Gespür für Spannung. Diese Balance macht das Lesen zu einem richtigen Vergnügen – man fühlt sich sofort in der kleinen Gemeinde in Somerset angekommen.
Was mir besonders gefallen hat: Der Mix aus gemütlichem Klischee-Idyll und finsteren Geheimnissen, die langsam zum Vorschein kommen, sorgt für eine tolle Mischung zwischen entspanntem Leseabend und Nervenkitzel. Klar, manchmal sind die Figuren ein bisschen vorhersehbar, und ein paar Logiksprünge hätte man smarter lösen können – aber das nimmt dem Spaß keinen großen Abbruch. Wenn man mit offenen Augen für kleine Ungereimtheiten liest, bleibt die Atmosphäre unschlagbar.
Für alle, die Lust auf einen charmanten, leicht schrägen Krimi mit einer Prise englischer Landhausromantik haben, ist dieses Buch ein rundum gelungener Tipp. Wer dagegen ultraharte Thriller oder blutige Abgründe erwartet, sollte lieber die Finger davon lassen.
Kurzum: „Mord im Buchclub“ ist ein warmherziger Cosy-Crime mit Charme und Pfiff, der perfekt für gemütliche Abende auf der Couch ist. Von mir gibt’s dafür eine klare Empfehlung und 4 von 5 Sternen.