Die sieben Schwestern
Kritik
Kaum hat man „Die sieben Schwestern“ aufgeschlagen, fühlt man sich sofort in eine Welt voller Geheimnisse, Emotionen und Sehnsüchte katapultiert. Lucinda Rileys Auftaktband nimmt dich mit auf eine Reise, die nicht nur geografisch von der Schweiz nach Brasilien führt, sondern auch tief ins Innere der Hauptfigur Maia und ihrer Herkunft eintaucht.
Im Mittelpunkt steht Maia, die älteste der sechs adoptierten Schwestern, die nach dem überraschenden Tod ihres mysteriösen Vaters vor einem neuen Kapitel ihres Lebens steht: der Suche nach ihrer wirklichen Identität. Diese Geschichte ist weit mehr als nur eine Familiengeschichte; es ist ein Mix aus historischen Rückblenden, farbenfrohen Schauplätzen und einer Prise Abenteuer, der einen einfach nicht mehr loslässt. Besonders spannend fand ich, wie Riley die Figuren zum Leben erweckt und ihnen echte, bodenständige Emotionen schenkt – Maia wirkt dabei weder perfekt noch überzeichnet, sondern echte Frau mit Ecken und Kanten.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lebendig, manchmal fast wie eine leichte Brise, die einen durch die Seiten trägt, ohne sich dabei in zu viel Drama zu verlieren. Allerdings merkt man ab und zu, dass die Geschichte ein bisschen gemächlich in Fahrt kommt, was die Geduld mancher Leser*innen vielleicht auf die Probe stellen könnte. Nichtsdestotrotz wird man mit einem Gefühl von Wärme und Neugier belohnt, das süchtig macht.
Sicherlich kein Buch für Hardcore-Thriller-Fans oder Minimalismus-Liebhaber, aber definitiv genau richtig für alle, die gern in großartigen Geschichten schwelgen, die von Familie, Geheimnissen und der Suche nach sich selbst handeln. Wer Liebesgeschichten mit einer Portion Historie und Fernweh mag, wird hier bestens bedient.
Kurz gesagt: „Die sieben Schwestern“ lädt zum Träumen und Mitfühlen ein – eine perfekte Lektüre für gemütliche Abende auf der Couch, die einen sanft aus dem Alltag entführt. Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen, weil die Mischung aus erfrischend lebendigen Charakteren und der manchmal etwas gemächlichen Erzählweise gut ausbalanciert ist. Absolut lesenswert, wenn man Lust auf eine emotionale Reise voller Herz und Seele hat!
Klappentext
Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See. Doch dann stirbt ihr Vater überraschend und hinterlässt ihr einen Umschlag – und plötzlich hält sie den Schlüssel zu ihrer unbekannten Vergangenheit in Händen: Maia fasst den Entschluss, in ihre Geburtsstadt Rio zu fliegen, und an der Seite des befreundeten Schriftstellers Floriano Quintelas beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet ...
(Laufzeit: 9h 32)