Silberküste - Luc Verlain ermittelt - Luc Verlains winterlichster Fall, Band 11 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Kaum etwas bringt mich so in Weihnachtsstimmung wie ein verschneiter Küstenort – und genau das liefert Alexander Oetker mit „Silberküste - Luc Verlain ermittelt“ in seinem winterlichsten Fall, Band 11. Dieses Hörbuch nimmt einen sofort mit in die frostige Atmosphäre der Aquitaine, wo ein mysteriöser Mord das verschlafene Küstendorf aufrüttelt. Anders als der übliche Krimi-Trott schafft es die Geschichte, winterliche Kälte und menschliche Wärme so zu mischen, dass man gleich Lust bekommt, dem rauen Wetter zu trotzen – oder eben gemütlich hereinzukuscheln und genau hinzuhören.
Im Zentrum steht Commissaire Luc Verlain, dessen nüchterne Art wunderbar mit der kalt-melancholischen Szenerie harmoniert, ohne zu trocken zu wirken. Er ist kein übermenschlicher Detektiv, sondern ein Typ, bei dem man spürt, dass ihm die Fälle auch nachgehen – gerade in dieser besinnlichen Jahreszeit. Oetkers Erzählstil ist angenehm lebendig, gerade in der ungekürzten Lesung entfaltet sich eine ganz eigene Spannung, die nicht durch zu viele dramatische Wendungen überstrapaziert wird, sondern organisch mitwächst. Das Zusammenspiel aus Ermittlungen rund um eine tote Krankenschwester, die ihrer eigenen Geschichte nachgeht, und dem dunklen Geheimnis eines provinziellen Klosters sorgt für genau die richtige Portion Rätsel und Atmosphäre.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Wer auf rasantes Tempo und viel Action steht, könnte hier etwas Geduld brauchen – das Erzähltempo ist eher gemächlich. Und manchmal hätte ich mir bei den Nebenfiguren mehr Tiefe gewünscht, die bleiben ein wenig blass. Aber wer auf klug inszenierte, atmosphärisch dichte Krimis steht, für den ist das eine gute Portion Winterkrimi, die trotz Kälte ans Herz geht.
Kurz gesagt: Ein stimmungsvoller, clever gestrickter Fall mit einem sympathischen Ermittler und winterlicher Kulisse, der vor allem Krimifreunden mit Sinn für Atmosphäre Freude macht. Deshalb gibt’s von mir solide 4 von 5 Sternen. Perfekt für alle, die im Advent nicht nur Plätzchen backen, sondern auch einen klugen Krimi genießen wollen.
Klappentext
Auf einer entlegenen Waldstraße wird eine Frau angefahren und stirbt. Die Krankenschwester hatte einen gewalttätigen Ehemann, der sofort ins Visier von Commissaire Luc Verlain gerät. Doch schon bald wird klar: Die mutige Frau ermittelte im Fall einiger verdächtiger Todesfälle an alten Menschen, die in den kleinen Strandorten entlang der Côte d'Argent, der Silberküste, ihren Lebensabend verbrachten. Lucs Team muss kurz vor Weihnachten alle Register ziehen - die Spur führt sie in ein Kloster im Landesinneren, in dem ein sehr charmanter Priester seine Fäden zieht. Ein rätselhafter und berührender Fall im schneereichsten Winter, den die Aquitaine seit Jahrzehnten erlebt hat.