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Autor:
Erschienen:
2026-08-26
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Das Wasser im August (Ungekürzte Lesung)

Kritik

Kaum hatte ich angefangen, „Das Wasser im August“ zu hören, da war ich schon mittendrin – in einem Sommer voller Erinnerungen, Hoffnungen und diesem bittersüßen Gefühl, wenn man zurückblickt und das Gestern das Heute auf eine ganz eigene Weise berührt. Ingo Schulze lädt uns ein auf eine Reise in den Norden, genauer: nach Mecklenburg, in eine Landschaft voller Seen, Sommerluft und offenen Fragen. Im Juni 2025 fährt sein Erzähler zu einer Lesung seines unfertigen Manuskripts, das von einem Sommertag im Jahr 1979 erzählt – und schon beginnt das raffinierte Spiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem, was war, und dem, was wir uns einreden wollen.

Die Handlung ist kein klassischer Plot, sondern eher ein fein gesponnenes Netz aus Rückblicken, Begegnungen und inneren Zwischentönen. Dabei stehen die Figuren nicht einfach als Namen auf der Seite, sondern leben durch Schulzes präzise Sprache und das warmherzige Erzählen – fast so, als höre man einem alten Freund zu, der nach Jahren das Vergessen mit Versuchen des Erinnerns kontert. Besonders gefallen hat mir, wie sensibel Schulze mit den Themen Liebe, Illusion und der schleichenden Veränderung von Ansprüchen umgeht. Die Hauptfigur trägt all das in sich, was wir alle kennen: das Ziehen zwischen Nostalgie und der knallharten Realität, das Hoffen auf das, was hätte sein können und das Abwägen dessen, was noch möglich ist.

Der Stil der ungekürzten Lesung ist dabei ein Genuss – lebendig, leicht, nie schwerfällig. Mal nachdenklich, mal mit einem Augenzwinkern. Ein bisschen schade fand ich, dass manches Detail eher andeutungsweise bleibt und die Erzählung dadurch stellenweise etwas schwer greifbar wird, was sicher nicht jedem zusagt. Trotzdem – das ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks, denn genau diese Offenheit macht das Buch auch spannend.

Wer also Lust auf eine tiefgründige, melancholisch-schöne Sommerlektüre hat, die mehr ist als nur eine Liebesgeschichte oder ein einfacher Roman über das Aufwachsen, für den ist „Das Wasser im August“ genau richtig. Ein Buch, das still und doch eindringlich erzählt, was es heißt, sich selbst und die Welt immer wieder neu zu entdecken.

Kurzum: Ein kluger, gefühlvoller Roman, der zum Nachdenken einlädt und lange nachhallt.

4 von 5 Sternen.

Klappentext

Der neue Roman von Ingo Schulze:ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026!

Ein raffiniertes erzählerisches Spiel über Hoffnung und Erwartung.

Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den "Norden" genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint?

Vielleicht ist die Liebesgeschichte inDas Wasser im Augustauch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern.

Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des eigenen Schreibens - die Erinnerung an einen Sommer des Jahres 1979, in dem das Leben noch offenstand.

Das Buch steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026.

Covermotiv: Lepke, Gerda, Landschaft mit Himmel in Dresden 1990, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

FAQ

Der neue Roman von Ingo Schulze:ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026!Ein raffiniertes erzählerisches Spiel über Hoffnung und Erwartung.Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den "Norden" genannt hat.…

Besonders gefallen hat mir, wie sensibel Schulze mit den Themen Liebe, Illusion und der schleichenden Veränderung von Ansprüchen umgeht. Die Hauptfigur trägt all das in sich, was wir alle kennen: das Ziehen zwischen Nostalgie und der knallharten Realität, das Hoffen auf das, was hätte sein können und das Abwägen dessen, was noch möglich ist.

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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