Cover Frankie und Freddie - Der Herr Lehmann-Kosmos, Band 7 (ungekürzt)
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Autor:
Erschienen:
2026-09-03
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Frankie und Freddie - Der Herr Lehmann-Kosmos, Band 7 (ungekürzt)

Kritik

Schon beim ersten Treffen mit Frankie und Freddie merkt man: Hier sind zwei Brüder unterwegs, die mehr miteinander teilen als nur den Nachnamen – und genau das macht das Buch so charmant und lebendig. Im Westberlin des Jahres 1980 stolpern sie nicht nur durch verschneite Straßen, sondern auch durch das komplizierte Geflecht von Träumen, Hoffnungen und kleinen Katastrophen. Die eine verlorene Tasche wird dabei zum Symbol für all die Dinge, die plötzlich außer Kontrolle geraten können.

Frankie versucht sich in Kreuzberg sein Leben aufzubauen, während Freddie, mit seinem Kopfrauschen aus Probandenhotel und Antidepressiva, eigentlich nach New York will – doch bevor es dort hingeht, steckt er in allmählichen Panikattacken fest. Regener hat ein feines Gespür für diese fragile Balance zwischen Skurrilität und Ernst, die Figuren wirken dabei nicht wie Charaktere, sondern wie echte Menschen mit Ecken, Kanten und einer guten Portion Herz. Sein Humor ist trocken und trifft oft genau den Nerv – man lacht und fühlt sich trotzdem nie oberflächlich unterhalten.

Der Schreibstil ist angenehm leicht, aber niemals banal, und schafft so eine Atmosphäre, die sehr nah dran ist, ohne zu klischeehaft zu wirken. Man spürt die Kälte der Stadt ebenso wie die Wärme der familiären Bindungen und Überraschungen, die das Leben bereithält. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manchmal ziehen sich die Passagen ein wenig, besonders wenn die Gedanken der Figuren in endlosen Schleifen kreisen – das ist aber eher ein Schönheitsfehler und wohl auch dem Setting geschuldet.

Wer also Lust auf eine Geschichte hat, die nicht bloß vom Berlin der Achtziger erzählt, sondern vom ganz persönlichen Aufbruch, von Brüderliebe und dem Überwinden der eigenen Schatten, liegt hier genau richtig. „Frankie und Freddie“ ist eine sympathische Reise mit Tiefgang, die man gern mit der nächsten Tasse Kaffee weiterliest.

Bewertung: 4 von 5 Sternen – weil das Herz stimmt, auch wenn es manchmal etwas zäh fließt. Ein Buch für alle, die das Leben nicht nur glattgebügelt, sondern auch mit all seinen Ecken und Kanten lieben.

Klappentext

Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche. Schnee. Und das Hin und Her der Himmelsmacht. Frankie und Freddie Lehmann, zwei Brüder aus Bremen, in Westberlin, im Jahr 1980. Während der eine seit Wochen damit beschäftigt ist, in Kreuzberg Fuß zu fassen, will der andere weiterziehen nach New York, musste aber erst einmal am Kudamm im Probandenhotel wohnen und als Versuchskaninchen für Antidepressiva herhalten. Jetzt, einen Tag vor Heiligabend, hat er Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche. Sven Regener schickt die beiden auf eine Odyssee durch eine Stadt zwischen den Welten, einen Ort von Spaß und Kälte, Trotz und Anarchie, Resignation und Überlebenswillen. Ein Roman über Brüder, Aufbrüche und plötzliche Liebe - klug, poetisch, warmherzig und sehr sehr lustig.

FAQ

Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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