Wenn dir das hier gefiel …
Inspektor Takeda und der schöne Schein
Key Facts
Kritik
Wer Lust auf einen Krimi mit einem Hauch von japanischer Kultur, Kunst und einer ordentlichen Portion Rätselspaß hat, könnte hier ganz gut aufgehoben sein. „Inspektor Takeda und der schöne Schein“ entführt uns in ein abgelegenes Herrenhaus, wo eine vermögende Witwe und Kunstliebhaberin plötzlich tot aufgefunden wird – und natürlich liegt der Verdacht fernab der zunächst offensichtlichen Erklärung. Die Gastgeberin, Ernestine von Remsau, und die kleinen Geheimnisse ihrer Gäste liefern den perfekten Nährboden für eine Geschichte, bei der jedes Detail zählt, nicht zuletzt das berühmte Gemälde „Die große Welle vor Kanagawa“.
Inspektor Takeda selbst bringt als kunstsinniger Jazz-Fan eine angenehm verschrobene, fast schon gemütliche Note in die Ermittlungen. Man spürt, wie er nicht nur die Fakten ordnet, sondern auch mit Liebe zum Detail die Schichten der Figuren freilegt. Der Schreibstil von Henrik Siebold ist dabei ziemlich angenehm: locker, ohne dabei an Substanz zu verlieren, und mit einem feinen Sinn für dieses besondere Flair, das das Setting ausmacht.
Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass das Ganze an manchen Stellen etwas zäh daherkommt. Die enge Kulisse des Gutshofs tut dem Tempo leider keinen Gefallen, und bis die Spannung langsam ansteigt, ist schon mehr als ein Kapitel verstrichen. Für alte Takeda-Fans könnte das enttäuschend sein, vor allem wenn man sich an den früheren Bänden orientiert, die durchweg mehr Fahrt aufgenommen haben. Auch der Plot wirkt stellenweise etwas konstruiert, wenn man tiefere Erwartungen an Überraschungen hat.
Im Großen und Ganzen ist „Inspektor Takeda und der schöne Schein“ ein solider Krimi, der mit seiner Atmosphäre punktet, aber definitiv nicht das Highlight der Reihe. Für alle, die ein bisschen Japan-Flair und kunstvolle Details schätzen und sich auf einen gemütlichen Kriminalfall einlassen wollen, lohnt sich die Lektüre. Wer aber richtiges Nervenkitzeln sucht, wird vermutlich auf anderen Seiten schneller fündig.
3 von 5 Sternen – charmant, aber eben mit Luft nach oben.
Klappentext
Inspektor Takeda ist zu Besuch in einem Herrenhaus auf dem Land. Gastgeberin ist Ernestine von Remsau, eine vermögende Witwe, die in Hamburg eine Kunsthandlung betreibt. Mit weiteren Gästen soll es ein Wochenende voll interessanter Gespräche über Japan, Kunst und Antiquitäten werden. Am nächsten Morgen ist Ernestine von Remsau tot, offenbar hat sie sich erhängt. Doch Takeda kommen leise Zweifel, und dann stellt sich heraus, dass alle Anwesenden im Haus gute Gründe hatten, die alte Dame zu töten – und dass das berühmteste Bild Japans, "Die große Welle vor Kanagawa", eine wichtige Rolle in diesem Kriminalfall spielt ...
Inspektor Takeda, kunstsinniger Jazzliebhaber, und ein rätselhafter Todesfall.