Der Hurricane - Thriller ( John Milton 6 )
Kritik
Kaum habe ich „Der Hurricane“ aufgeschlagen, zieht mich die Geschichte sofort rein – dieser Mix aus beklemmender Spannung, düsterer Vergangenheit und der schwülen Atmosphäre Louisianas macht das Lesen zum Erlebnis. John Milton, ein Mann, der buchstäblich auf der Suche nach Erlösung ist, nimmt uns mit auf eine Reise durch Schmerz, Loyalität und gefährliche Machenschaften.
Im Zentrum steht eine ehrenschuldige Mission: Milton kämpft für Isadora Bartholomew und deren gemeinnützigen Verein, der den Wiederaufbau einer von Katrina zerstörten Gemeinde unterstützen will. Ganz nebenbei schlummert hinter der Kulisse dieses typisch amerikanischen Südstaatendramas eine tödliche Jagd auf skrupellose Immobilienmakler und Geheimnisse aus Miltons bewegter Vergangenheit. Die Figuren wirken dabei durchweg belebt und glaubhaft, besonders Milton selbst ist kein naiver Held, sondern ein komplexer, manchmal auch zynischer Charakter, der seine Dämonen auf unterschiedlichste Art bekämpft.
Mark Dawsons Schreibstil ist so facettenreich wie die Geschichte selbst: schnörkellos, trotzdem atmosphärisch und mit einem guten Gespür fürs Tempo. Man fühlt sich regelrecht durch den rauen Bayou gejagt, bekommt das Dröhnen des Windes vor Auge und die Gefahr fast auf der Haut gespürt. Einen Tick mehr Tiefgang bei Nebenfiguren oder etwas weniger Handlungssprünge hätte ich mir zwar gewünscht, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.
Wer Lust auf einen Thrill hat, der nicht nur mit Action glänzt, sondern auch mit ausgearbeiteten Konflikten und einer gehörigen Portion Menschlichkeit punkten kann, ist hier genau richtig. „Der Hurricane“ bringt Emotion und Spannung so zusammen, dass es schwerfällt, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.
Fazit: Ein solider, unterhaltsamer Thriller für alle, die Charaktere mit Vergangenheit mögen und sich auf einen atmosphärisch dichten Krimi in amerikanischer Südstaaten-Kulisse freuen. Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen.