Mord im Tonstudio - Taxi, Tod und Teufel, Folge 21 (Ungekürzt)
Kritik
Wer hätte gedacht, dass eine vermeintlich harmlose Hörbuchaufnahme so drunter und drübergehen kann? In „Mord im Tonstudio“ nimmt Lena Karmann uns mit in ein Tonstudio, das plötzlich zum Tatort wird. Kaleu, Krimi-Autor wider Willen, wollte eigentlich nur sprechen – und landet stattdessen mitten in einem mörderischen Chaos. Ein toter Mann, jede Menge verdächtige Gestalten und Geheimnisse, die langsam an die Oberfläche treiben. Die Spannung steigt mit jeder Seite, wobei der Fall clever aufgebaut ist, ohne dass man das Gefühl hat, den Überblick zu verlieren.
Sarah Teufel, unsere norddeutsche Ermittlerin aus dem Palinghuus, bringt genau die richtige Mischung aus Bodenständigkeit und Schlagfertigkeit mit, die diesen Krimi so charmant macht. Sie ist keine klassische Kommissarin, sondern eine Frau, die mit Herz, Instinkt und einer ordentlichen Portion Humor das Taxi lenkt – und die Wahrheit hinter den Kulissen aufdeckt. Die anderen Charaktere sind bunt gemischt und so lebendig gezeichnet, dass man am liebsten mit ihnen im Studio festhängen möchte (nur den Mörder aussen vor). Besonders gefiel mir, wie Karmann mit kleinen, überraschenden Details die Handlung würzt und gleichzeitig für norddeutsches Flair sorgt: Wind, Watt und eine Prise rauer Humor machen das Ganze einfach unwiderstehlich.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und trotzdem präzise, was das Zuhören (denn ungekürzt als Hörbuch) zum Vergnügen macht. Man merkt, dass die Autorin Spaß an der Geschichte hat – und das überträgt sich. Einzig die Fülle an Figuren hätte manchmal ein wenig mehr Ruhe vertragen können; da wollte ich zeitweise schneller herausfinden, wer eigentlich wer ist. Aber das ist eher eine kleine Stolperfalle als ein wirklicher Kritikpunkt.
Wer also Lust auf einen entspannten, aber dennoch spannenden Krimi mit norddeutschem Charme, einem Hauch skurriler Persönlichkeiten und einer gehörigen Portion Witz hat, ist hier genau richtig. „Mord im Tonstudio“ funktioniert super als kleine Auszeit vom Alltag – und macht Appetit auf mehr von Sarah Teufel und ihrem besonderen Ermittlerteam.
Am Ende: 4 von 5 Sternen – für eine kurzweilige, gut gemachte Krimigeschichte, die Lust auf den Norden macht und mit einer liebenswerten Heldin punktet.