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Autor:
Erschienen:
2021-01-25
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Die Dame mit der bemalten Hand (Ungekürzte Lesung)

Kritik

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, in eine fremde Welt abtauchen zu dürfen – mit all ihren Rätseln, Gerüchen und Farben? „Die Dame mit der bemalten Hand“ entführt uns genau dorthin: ins Bombay des Jahres 1764, auf die mystische Insel Elephanta, wo sich zwei ungleiche Seelen treffen und gemeinsam versuchen, in einer Sprache zwischen Arabisch, Sternen und Missverständnissen zu bestehen.

Christine Wunnicke zeichnet ein feines Bild von Carsten Niebuhr, dem verirrten Forschungsreisenden aus Bremen, und Meister Musa, dem persischen Astrolabienbauer, der eigentlich in Mekka sein wollte. Die beiden ringen nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit ihren eigenen Vorstellungen und der fremden Umgebung – ein faszinierendes Duo, das durch seine Verschrobenheit und Widrigkeiten lebendig wird. Ihre Dialoge sind teils witzig, teils tiefgründig, und gerade das kleine Chaos aus östlichem und westlichem Blickwinkel verleiht der Geschichte eine herrlich unaufgeregte Tiefe.

Der Stil der ungekürzten Lesung überzeugt durch einen angenehmen Erzählfluss, der nie ins Stocken gerät. Wunnicke versteht es, historische Details mit leichtfüßigem Humor und einer Prise Ironie zu vermischen, ohne dass es belehrend oder trocken wirkt. Ein bisschen hat man dabei das Gefühl, gemütlich bei einer Tasse Tee zu lauschen – ja, so lässt sich das gut aushalten!

Kritisch sehen könnte man, dass manche Passagen etwas langatmig werden, besonders wenn sich die Gespräche in Sternbildern und linguistischen Spitzfindigkeiten verlieren. Wer hier auf Action wartet, könnte enttäuscht sein. Für alle, die allerdings eine atmosphärisch dichte, sprachlich verspielte Erzählung lieben, ist das genau das Richtige.

Kurz gesagt: Wer Lust auf eine kluge, ungewöhnliche Geschichte mit feinem Humor und historischen Nuancen hat, wird „Die Dame mit der bemalten Hand“ zu schätzen wissen. Für Kosmopoliten und Wortverliebte ist das Hörbuch ein absoluter Geheimtipp.

4 von 5 Sternen – charmant, klug und irgendwie ganz anders.

Klappentext

Bombay, 1764. Indien stand nicht auf dem Reiseplan und Elephanta, diese struppige Insel voller Schlangen und Ziegen und Höhlen mit den seltsamen Figuren an den Wänden, schon gar nicht. Doch als Forschungs­reisenden in Sachen "biblischer Klarheit" zieht es einen eben an die merkwürdigsten Orte. Carsten Niebuhr aus dem Bremischen ist hier gestrandet, obwohl er doch in Arabien sein sollte. Ebenso Meis­ter Musa, persischer Astrolabienbauer aus Jaipur, obwohl er doch in Mekka sein wollte. Man spricht leidlich Arabisch miteinander, genug, um die paar Tage bis zu ihrer Rettung gemeinsam herumzubringen. Um sich öst-westlich misszuverstehen und freundlich über Sternbilder zu streiten (denn wo der eine eine Frau erkennt, sieht der andere lediglich deren bemalte Hand). Es könnte übrigens alles auch ein Fiebertraum gewesen sein. Doch das steht in den Sternen.

FAQ

Bombay, 1764. Indien stand nicht auf dem Reiseplan und Elephanta, diese struppige Insel voller Schlangen und Ziegen und Höhlen mit den seltsamen Figuren an den Wänden, schon gar nicht.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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