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Sternenmeer
Key Facts
Kritik
Es fühlt sich fast so an, als würde man selbst am Tisch der „Villa Auguste“ Platz nehmen, wenn man „Sternenmeer“ aufschlägt – dieses Buch bringt den Glanz und gleichzeitig die dunklen Ecken der Sterne-Kulinarik ziemlich lebendig rüber. Im Mittelpunkt steht Luc Verlain, der sich diesmal mit einem besonders verzwickten Mordfall herumschlagen muss: Ein Spitzenkritiker wird vergiftet, mitten während eines der wichtigsten Gourmet-Events in Frankreich. Dabei zieht der Fall alle möglichen Fäden – von Eifersüchteleien über skrupellose Konkurrenz bis hin zu aktivistischen Attacken gegen die umstrittene Gänsestopfleber-Produktion der Familie Fontaine.
Luc ist ein cleverer Ermittler, dessen unaufgeregter Stil gut zu der komplexen Welt passt, in der er sich bewegt. Besonders spannend fand ich, wie Oetker die Kulisse der Haute Cuisine so detailreich beschreibt – man hat fast das Gefühl, den Reichtum und die Gefährlichkeit dieser Branche zu riechen, schmecken und zu spüren. Der Schreibstil ist dabei angenehm locker, ohne flapsig zu werden, was das Lesen zwar flott macht, aber keineswegs oberflächlich.
Aber: So fesselnd die Kochwelt auch ist, man merkt dem Buch manchmal an, dass es den Wunsch hat, die Gourmet-Szene sexy und spannend zugleich darzustellen. Für manche wird der Plot vielleicht an manchen Stellen etwas konstruiert wirken, und ehrlich gesagt, das Familienleben des Kommissars mit Säugling mitten im tödlichen Szenario fand ich auch etwas naiv – das passt nicht so recht in die rauen Realitäten, die das Buch sonst gegenzeichnet. Für Leser:innen, die es realistisch-melancholisch wollen, könnte das ein kleiner Stolperstein sein.
Unterm Strich eine spannende, appetitliche Lektüre für alle, die Lust auf einen Krimi mit kulinarischem Twist haben und bereit sind, kleine Logiklöcher auszublenden. „Sternenmeer“ liefert ein exotisches Szenario mit einem Hauch Glamour, aber eben auch eine Portion Drama und Schattenseiten.
3 von 5 Sternen – nett gewürzt, aber nicht ganz ohne kleine Beigeschmäcker.
Klappentext
Es ist der Höhepunkt der französischen Gourmetsaison: Die Spitzenköche und Restaurantbetreiber fiebern der Vergabe der Sterne des Guide Michelin entgegen. Ausgerechnet in der renommierten "Villa Auguste" wird der berühmteste Restaurantkritiker des Landes noch während der Vorspeise vergiftet. Dabei sollte seine Höchstwertung doch die Karriere des legendären Auguste Fontaine krönen! Will jemand seinem Ruf schaden? Ging es darum, den Kritiker loszuwerden? Oder stecken aggressive Tierschützer hinter dem Anschlag – schließlich sind die Fontaines auch als Produzenten der umstrittenen Gänsestopfleber bekannt, die sich auf dem Teller des Kritikers befand? Luc und sein Team ahnen, dass die Lösung des Falls so einfach nicht ist.