Das kleine Weingut in Frankreich
Kritik
Wer beim Lesen gern gedanklich durch die französischen Weinberge spaziert und dabei ein bisschen Herzklopfen spürt, ist bei „Das kleine Weingut in Frankreich“ von Julie Caplin genau richtig. Die Geschichte um Hattie, die nach Liebeskummer und Kreativkrise in der Champagne eine neue Chance sucht, fühlt sich an wie ein frisch geöffnetes Glas prickelnder Champagner: leicht, belebend und ein bisschen aufregend.
Hattie ist eine sympathische Protagonistin, deren Herzschmerz man fast mitfühlt, ohne dass sie zur Drama-Queen mutiert. Ihre Entwicklung – von der überforderten Event-Managerin zur überzeugten Organisatorin – macht Lust darauf, den eigenen Alltag mal kräftig aufzurütteln. Luc, der charmante Sohn des Weinguts, bringt die perfekte Prise französische Lässigkeit mit und lässt die sommerliche Kulisse lebendig werden. Caplins Schreibstil ist unkompliziert, lebendig und so bildhaft, dass man fast den Duft der Trauben riecht und die Sonne auf der Haut spürt.
Besonders gefallen hat mir, wie mühelos sich kulinarische Genüsse mit romantischen Momenten verweben und dabei keine der beiden Seiten zu kurz kommt. Ab und zu sind die kleinen Konflikte und Missverständnisse zwar recht vorhersehbar, aber genau das macht den Charme des Buches aus – ein bisschen vertraute Komfortkost in Romanform eben.
Für alle, die Lust auf eine leichte, angenehm unaufgeregte Sommer-Romance haben, die ganz nebenbei auch von Neuanfängen und dem Zauber der französischen Provinz erzählt, ist dieses Buch perfekt geeignet. Wer hingegen auf komplexe Plottwists oder tiefgründige Figurenentwicklung hofft, könnte ein bisschen mehr erwarten.
Fazit: „Das kleine Weingut in Frankreich“ ist ein locker-flockiger Wohlfühlroman mit köstlichem Ambiente und einer Prise Romantik – ideal für entspannte Lesestunden und feine Weinträume.
4 von 5 Sternen.